Das Geheimnis der Osteopathie

Osteopathie ist eine ganzheitliche Medizin, die im Jahre 1828 in den USA von Dr. Andrew Taylor Still entwickelt wurde. Sie dient vorwiegend der Erkennung und Behandlung von Funktionsstörungen.

Die Diagnose erfolgt mit spezifischen osteopatischen Techniken, die mit den Händen ausgeführt werden. Die Osteopathie gehört in den USA zur normal geregelten Heilkunde. Ebenfalls in Großbritannien und Frankreich ist sie im Gesundheitswesen offiziell anerkannt. Die Anwendung setzt exakte Kenntnisse der Anatomie und Physiologie voraus.

Wie wirkt Osteopathie?

In der Osteopathie legt man besondere Aufmerksamkeit auf bestehende Zusammenhänge im menschlichen Körper. So kann zum Beispiel ein verstauchter Knöchel vor Jahren der Grund für Rückenschmerzen sein, oder Darmprobleme können Bewegungsverlust und Schmerzen in der Wirbelsäule hervorrufen.

Auf der Suche nach der Ursache gehen Osteopathen auf die Reise durch den Körper, ertasten Verhärtungen und Schieflagen von Organen, Nerven oder Sehnen und korrigieren diese durch sanftes Drücken mit den Händen.

Den Ursachen auf der Spur

Osteopathen interessieren sich vor allem für die Ursache einer Krankheit. Sie fragen: Was hindert den Körper daran wieder gesund zu werden? Wodurch werden die Selbstheilungskräfte blockiert?

Nach Ansicht der Osteopathen greifen Knochen und Muskeln sowie Sehnen, Nervenbahnen, Blut- und Lymphgefäße wie kleine Zahnräder ineinander. Störungen in der Struktur der Muskeln, Gelenke und Bänder wirken sich negativ auf die Funktionsfähigkeit der Organe aus und umgekehrt. So genannte Faszien, hauchfeine Häute aus Bindegewebe, umspannen die einzelnen Organe. Alle zusammen bilden ein dichtes Netz, das auch weit entfernte Regionen miteinander verbindet.

Ist das Zusammenspiel an einem Punkt gestört, können an einer ganz anderen Stelle Beschwerden auftreten. Der Osteopath behandelt ausschließlich funktionelle Störungen, zum Beispiel einen schlecht beweglichen Lendenwirbel, oder ein in seiner Beweglichkeit eingeschränktes Organ. Er versucht Dysfunktionen zu beheben, Türen zu öffnen, Wege frei zu machen und dadurch die Selbstheilungskräfte des Körpers voll zur Wirkung kommen zu lassen.

Die drei Formen der Osteopathie

Craniosacrale Osteopathie ist wohl die bekannteste Form der Osteopathie. Sie behandelt den Schädel ( lateinisch: „Cranium“), das Kreuzbein („sacrum“) und das Nervensystem. Der Therapeut kann die Beweglichkeit der Schädelmembranen und -knochen sowie den Strom der Hirnflüssigkeit ertasten und Rückschlüsse auf Störungen zeihen.

Viscerale Oseopathie behandelt die inneren Organe sowie Blut- und Lymphgefäße. Nach Ansicht der Osteopathen sind die in ständiger Bewegung. Die Behandlung soll sie wieder in eine rhythmisches Gleichgewicht bringen.

Parietale Osteopathie behandelt den kompletten Bewegungsapparat, also Knochen, Muskeln, Bänder, Gelenke und die so genannten Faszien. Gelenkblockaden und Verspannungen werden ganz sanft gelöst. Mittlerweile erkennt auch die Schulmedizin diese Behandlungsform an.

Wann hilft Osteopathie?

Osteopathie kann grundsätzlich bei allen Funktionsstörungen des Körpers angewandt werden. Selbst wenn diese schon längere Zeit bestehen. Alterbeschränkungen gibt es dabei nicht.

Therapiefähig sind unter anderem vielfältige, auch chronische Verspannungen und Verletzungen der Gelenke, des Skelettes und der dazugehörigen Muskeln und Bändern wie: Bandscheibenvorfall, Hexenschuss, Folgen von Unfallverletzungen und Kiefergelenksprobleme, Migräne, Tinnitus, sowie Verdauungsprobleme, Inkontienenz und prämenstruelle Beschwerden.

Der Osteopath kann tiefgreifende Wirkungen erreichen - in manchen Fällen schon in einer Sitzung. Bei schwierigen und „alten“ Problemen ist, wie in jeder Medizin, ein längerer Behandlungszeitraum erforderlich.

Die Stärke der Osteopathie liegt in der einzigartigen Weise, in der ein Patient untersucht und daraus resultierend mit manuellen Techniken individuell behandelt wird. (nh)

Quelle: HNA

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