Optimale Reha nach Gelenkprothetik

Prof. Dr. Wolfgang Schultz

Deshalb sollte eine angeleitete Medizinische Trainingstherapie mit speziellen auf den Muskelzustand des Patienten ausgerichteten Übungen an Geräten im Zentrum der Rehabilitation stehen. Ergänzt werden muss sie unter anderem durch Krankengymnastik, Physikalische Therapie und Training im Bewegungsbad“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Schultz, Chefarzt der orthopädischen Abteilung der Balzerborn Kliniken, Rehaklinik für Orthopädie, Rheumatologie, Ne- phrologie und Dermatologie in Bad Sooden-Allendorf.

Gehtraining auch draußen

Patienten mit künstlichen Hüft- und Kniegelenken kommen in der Regel innerhalb einer Klinik mit einem ebenen Bodenbelag gut zurecht. Es ist aber wichtig, dass sie lernen, auch auf unebenem Terrain mit verschiedenen Bodenverhältnissen sicher zu gehen. Deshalb sollten Patienten in einer Reha auch draußen auf unterschiedlichem Grund trainieren. Zusätzlich ist zudem das Training von Balance und Koordination wichtig, um zukünftig Stürze zu vermeiden.

Magnetfeldtherapie unterstützt die Heilung

Nach der Implantation eines künstlichen Knie- oder Hüftgelenks leiden Patienten oft unter Reizzuständen, Schmerzen oder Hämatomen im OP-Gebiet. Die Magnetfeldtherapie unterstützt als alternativmedizinische Begleitbehandlung den Heilungsprozess. Prof. Dr. Schultz: „Der Patient liegt auf einer Magnetfeldmatte. Mit einem Steuerungsgerät werden auf einer speziellen Frequenz Magnetfelder aktiviert. Durchblutung und Zellstoffwechsel werden gezielt im OP-Gebiet gefördert.“

Auch die Narbe beachten

Nicht wenige Patienten haben veranlagungsbedingte Probleme mit ihrer OP-Narbe. Sie wird mitunter wulstig und breit. Auch darauf sollte in einer Reha geachtet werden. „Durch Behandlung mit speziellen proteinhaltigen Salben und mittels Lasertherapie, die unsere Dermatologen anwenden, kann sich auch eine Problemnarbe zu einem ästhetisch-feinen Strich entwickeln“, sagt der Facharzt für Orthopädie, Orthopädische Rheumatologie und Unfallchirurgie.

Verhaltensregeln im Alltag

Nicht zuletzt sollten Patienten schon in der Reha angeleitet werden, wie sie mit ihrem künstlichen Gelenk im Alltag umgehen. Sie sollten wissen, was sie dürfen, aber auch, was sie meiden sollten, damit die Gelenkprothese möglichst lange hält. Auch präventive Informationen, wie Patienten ihr noch gesundes Gelenk schonen können, gehören zu einer optimalen Reha.

Von Dr. Gisela Heimbach

Quelle: HNA

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