Operation im XXL-Format

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Professor Werner Konermann zusammen mit seiner glücklichen Patienten Muezeyyen Yigit und Oberarzt Dr. Rauf Ahmadian

Übergewichtige Patienten benötigen häufig auch bei der medizinischen Versorgung ein XXL-Format: geeignete Transportliegen, Betten, Operationstische und Röntgengeräte müssen Gewicht und Körperumfang angemessen sein. Dass viele medizinische Einrichtungen mit der Versorgung von übergewichtigen Menschen überfordert sind, musste Muezeyyen Yigit am eigenen Leib erfahren.

Denn sie fand kein Krankenhaus, dass ihr schmerzendes Hüftgelenk ope-rieren wollte. Bis ihr in der orthopädischen Klinik am Roten Kreuz Krankenhaus in Kassel geholfen werden konnte.

„Andere Kliniken sahen sich mit der Operation von Yigit überfordert. Zum Glück kam sie schließlich zu uns, denn die Operation war dringend notwendig“, sagt Professor Dr. Werner Konermann, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Roten Kreuz Krankenhauses Kassel. Er spricht dabei über seine 62-jährige Patientin Muezeyyen Yigit, die aufgrund einer schweren Hüftgelenksarthrose im Kasseler Gelenkkompetenzzentrum, das von Professor Konermann geleitet wird, ein künstliches Hüftgelenk erhielt.

„Die besondere Schwierigkeit lag im Körpergewicht der Patientin. Auf die ungefähr 140 Kilogramm schwere Patientin waren andere Kliniken offensichtlich nicht eingestellt und lehnten eine Operation ab“, erklärt Professor Konermann. Bei Patienten mit Übergewicht sind die Operationsbedingungen erschwert, da teilweise Spezialinstrumente notwendig sind. Außerdem sind die Risiken für einen Patienten mit Übergewicht erhöht: Operationswunden heilen schlechter, es gibt häufiger Thrombosen und Embolien.

„Der Eingriff ist aber gut geglückt und Frau Yigit läuft schon wieder an zwei Gehstützen über die Krankenhausflure“, sagt Konermann, der die Patientin zusammen mit Oberarzt Dr. Rauf Ahmadian operierte. „Über Dr. Rahmadian kam die Patientin schließlich auch zu uns“, erklärt Prof. Konermann. Dr. Ahmadian erklärt dazu: „Einmal pro Woche führe ich eine türkischsprachige Sprechstunde in der Kasseler Praxis Meditürk bei Dr. Arif Ordu durch, um so auch Patienten weiterzuhelfen, die Probleme mit der deutschen Sprache haben.“

Dr. Ahmadian versteht und spricht türkisch sehr gut und kann so helfen, Verzögerungen bei wichtigen medizinischen Behandlungen, die bei Migranten häufiger aufgrund von Sprachbarrieren und daraus resultierenden Kontaktängsten entstehen können, zu vermeiden. Für die Patientin Muezeyyen Yigit folgt nun ein dreiwöchiger Reha-Aufenthalt, bei dem die Türkin erlernt, ihr Hüftgelenk wieder richtig belasten zu können. (nh)

Quelle: HNA

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