Nierensteine können starke Schmerzen verursachen - Trinken unterstützt Vorbeugung

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Zertrümmerung von Nierensteinen: Diesem Patienten an der Universitätsklinik Mannheim werden Nierensteine mithilfe von Ultraschall (Nierenlithotripsie) zertrümmert. Die Behandlung findet im Beisein eines Anästhesisten statt. Heute werden etwa 90 Prozent aller Nierensteine mit so genannten Lithotriptern zertrümmert.

Wer bereits einen Nierenstein hatte, der wird wahrscheinlich noch mehr Steine bilden. Die chemische Zusammensetzung der Steine ist von vielen Faktoren abhängig. Viele Stoffwechselvorgänge sind noch ungeklärt.

Weil die Erhöhung steinmbildender Harnbestandteile mehrere Ursachen haben kann, sind Labor-, Blut- und Urinuntersuchungen nötig. Auch die medizinische Vorgeschichte, der Beruf und das Essverhalten sind dabei einzubeziehen.

Entfernte oder abgegangene Steine sollten auf ihre chemische Zusammensetzung hin analysiert werden. Als einfachste und wirkungsvollste Art, das Risiko der Neubildung von Steinen zu mindern, ist die Verdünnung des Urins durch Erhöhung der Flüssigkeitsaufnahme. Es sollten 2,5 Liter Urin täglich ausgeschieden werden.

Leser fragen - Experten antworten

Franz H. aus Calden fragt: „Ich hatte einen Nierenstein. Der ist kürzlich unter Höllenschmerzen abgegangen. Jetzt habe ich die Befürchtung, dass sich das wiederholt. Kann ich mich gegen neue Nierensteine schützen und können sie auch operativ entfernt werden?

Auf diese Frage antwortet der Vellmarer Jürgen Meisel, Facharzt für Urologie und Psychotherapie:

Jürgen Meisel

Nierensteine sind Salze, die sich nicht mehr lösen, sondern Kristalle bilden und im Nierenbeckenkelchsystem wachsen und sich dort festsetzen können. Manchmal wandern sie durch den Harnleiter ab und können sich an den Engstellen festklemmen. Dann wirken sie wie ein Stein, mit dem man einen Bach verschließt. Es kommt zu einem Harnstau, der starke, wellenförmige Schmerzen in der mit Nerven besetzten Nierenkapsel, so genannte Nierenkoliken, verursacht. Kleine Steine können auch ohne besondere Beschwerden abgehen und Blase und Harnleiter passieren.

Erbliche Veranlagung

Ursache für Nierensteine ist häufig eine erbliche Veranlagung. Auch Flüssigkeitsmangel kann zu Nierensteinen führen. Deshalb rät Urologe Jürgen Meisel dringend, immer auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr zu achten. Das gelte in besonderem Maße für ältere Menschen, die häufig zu wenig trinken. Andernfalls kann ein Stein schon innerhalb weniger Wochen wachsen. Auch anatomische Besonderheiten des Nieren- Harnleitersystems wie Hufeisenniere und Abstrombehinderungen begünstigen die Steinbildung.

Die Diagnostik erfolgt durch Untersuchung des Urins, vorzugsweise auf Spuren von Blut. Regelmäßige Kontrollen sind über Ultraschall möglich, wobei kleinere Steine leicht übersehen werden können. Röntgen-Kontrastuntersuchung, Computertomographie, MRT sowie endoskopische Verfahren sind weitere Diagnosemethoden.

Urat- und Cystinsteine können oft mittels alkalisierender Medikamente aufgelöst werden. Die häufigste Methoden zur Entfernung von Nierensteinen ist deren Zertrümmerung. Dazu werden Stoßwellen, Ultraschall oder Laserstrahlen eingesetzt. Bei fast allen solchen Anwendungen wird dabei oft auch ein Katheter (Stent oder Harnleiterschiene) eingesetzt. Dieser soll den Harnleiter eine Zeitlang erweitern und offenhalten, um den natürlichen Abgang weitere Steinfragmente zu erleichtern.

Größere Steine, die ausgeprägte Harnstauungen verursachen, können auch mithilfe eines Endoskops entfernt werden.

Quelle: HNA

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