Die neuen „Dritten“ fest verankern

Dr. Kurt Strauß Foto: privat / nh

Implantate kosten als Erstinvestition mehr als eine herkömmliche prothetische Versorgung, rechnen sich jedoch im Laufe der Zeit. Vorteil: Der noch verbleibende Zahnbestand wird geschont, und selbst beim zahnlosen Kiefer kann durch Implantate der ansonsten fortschreitende Knochenschwund aufgehalten werden.

Bei Zahnimplantaten handelt es sich um künstliche Zahnwurzeln aus Titan. Sie werden an den Stellen im Kiefer eingesetzt, wo ein oder mehrere Zähne fehlen. Nachdem ein Implantat eingewachsen ist, fühlt es sich an wie ein eigener, echter Zahn. Bis es jedoch soweit ist, muss der Zahnarzt nicht mehr funktionsfähige oder zerstörte Zähne entfernen, vorgeplante Löcher bohren und die künstlichen Wurzeln einschrauben. Je nach der vorliegenden Situation wird entweder sofort oder später eine Krone oder ein anderer Zahnersatz auf die metallene Wurzel geklebt beziehungsweise verschraubt.

Patienten, die sich für Implantate entschließen, brauchen etwas Geduld. Je nach Ausgangssituation kann es bis zu vier Monate dauern, bis der Zahnarzt auf das Zahnimplantat eine Krone, Brücke oder einen anderen Ersatz aufbringen kann. So lange braucht die künstliche Wurzel, um fest mit dem Kieferknochen zu verwachsen. Damit während der Einheilphase weder das Aussehen noch die Kaufunktion leiden, wird ein entsprechend gestaltetes Provisorium eingegliedert.

Es gibt jedoch auch Patienten, bei denen eine Implantatversorgung problematisch oder gänzlich ausgeschlossen ist. Das ist dann der Fall, wenn der Knochenaufbau verändert ist und die Zahnimplantate deshalb nicht einheilen können. „Die neu eingewachsenen Wurzeln können allerdings nur so gut sein wie die Pflege, die sie erfahren“, sagt Dr. Kurt Strauß.

In den ersten anderthalb bis zwei Jahren nach dem Eingriff sind die Implantatschrauben stärker anfällig für Bakterien. Deshalb seien vierteljährliche Kontrolltermine wichtig, rät Dr. Strauß. „Ein herzliches, sympathisches Lächeln ist immer noch die schönste Art, jemandem die Zähne zu zeigen“, sagt er. Da jeder approbierte Zahnarzt Implantate setzen darf, rät er Patienten, sich vor dem Eingriff darüber zu erkundigen, wieviel Erfahrung ein Arzt mit Implantaten hat.

Quelle: HNA

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