Neue Niere schenkt Lebensqualität

Dr. Günter Giebing. Foto: privat / Repro: Polk

Ob akutes oder chronisches Nierenversagen: Hier hilft nur eine Blutwäsche, im Fachjargon Dialyse. Sie ist für den Patienten dank innovativer Technik eine sichere Nierenersatztherapie. Eine Alternative dazu ist eine Organspende, zu der auch Mediziner raten.

Warten auf die Spenderniere

Im Jahr 2010 wurden in Deutschland 2250 Nieren gespendet. Zeitgleich warteten 8000 Patienten auf eine Spenderniere, im Durchschnitt etwa sechs Jahre. „Das ist eine viel zu lange Zeit. Patienten aller Altersgruppen haben durch eine frühstmögliche Transplantation einen Überlebensvorteil“, sagt Dr. Günter Giebing. Er ist Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie in Homberg/Efze. Während seiner Ausbildung arbeitete er in verschiedenen Transplantationszentren. Nach sorgfältiger Vorbereitung werden mit Beginn der Dialyse die Patienten als künftige Organempfänger bei Eurotransplant (ET) im niederländischen Leiden registriert, einer Organisation zur Vermittlung von Organspenden.

Der Platz auf der Warteliste richtet sich nach der Wartezeit und der Dringlichkeit, ein Spenderorgan zu bekommen. Wird bei einem potenziellen Organspender der Hirntod festgestellt, melden das die Koordinatoren der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) nach Leiden.

„Die Menschen werden in dieser Situation nicht allein gelassen.“

Dr. Günter Giebig

Während die ET für die Vermittlung zuständig ist, organisiert die DSO den Ablauf einer Transplantation. Im Falle einer Organspende begleiten die Koordinatoren intensiv die Angehörigen eines Spenders: „Die Menschen werden in dieser Situation nicht allein gelassen“, sagt Giebing.

Nieren können auch von Lebenden gespendet werden –beispielsweise können Verwandte als potenzielle Spender für den ihnen nahestehenden Menschen in Frage kommen. Weitaus häufiger ist der Fall, dass Nieren – und andere Organe wie Leber oder Bauchspeicheldrüse – hirntoten Menschen entnommen werden, wenn deren Einverständnis dazu vorliegt. Das nennt der Gesetzgeber Zustimmungsregelung.

Im Gegensatz dazu gilt in vielen anderen europäischen Ländern die Widerspruchsregelung. Dort ist jeder Organspender, der nicht schriftlich seinen Widerspruch formuliert, oder dessen Angehörige dies im Todesfall tun.

Das Einverständnis zur Organspende kann man hierzulande mit einem Organspendeausweis dokumentieren. „Erfahrungsgemäß ist die Belastung für die Hinterbliebenen geringer, wenn ihr Angehöriger noch zu Lebzeiten eine Entscheidung für oder gegen eine Organspende getroffen hat“, sagt Dr. Giebing.

Von Ilona Polk

Quelle: HNA

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