Körper und Seele ins Gleichgewicht bringen

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Neue Chefärztin für Psychosomatik im Klinikum Kassel: Dr. Christina Kleiber.

Die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie  des Klinikum Kassel  hat mit Dr. Christina Kleiber  eine neue Chefärztin. Die Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie wechselte vom Universitätsklinikum Göttingen nach Kassel und trat die Nachfolge des verstorbenen Dr. Johannes Kipp  an.

Die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Klinikum Kassel verfügt über 25 stationäre und 30 tagesklinische Plätze. Behandelt wird das gesamte Spektrum der psychosomatischen Erkrankungen, z. B. Angststörungen, Depressionen, Zwangsstörungen, Essstörungen, Schmerzstörungen und Persönlichkeitsstörungen. Zudem können Patientinnen und Patienten mit körperlichen Erkrankungen wie Migräne, Asthma, Magen- und Darmerkrankungen, Neurodermitis, Herzkrankheiten, Bluthochdruck oder Stoffwechselkrankheiten (z.B. Diabetes) behandelt werden.

Nicht selten führen diese Erkrankungen zu schwerwiegenden psychischen Belastungen. Außerdem kann der Erkrankungsverlauf durch psychische Belastungen oder Stress ungünstig beeinflusst werden. „Mit Dr. Kleiber konnten wir eine Chefärztin gewinnen, die über äußerst breit gefächertes internistisches und psychosomatisches Wissen verfügt und in beiden Disziplinen viele Jahre Berufserfahrung gesammelt hat“, betont der GNH-Vorstandsvorsitzende Karsten Honsel. „Auch mit ihren Zusatzqualifikationen in Psychoonkologie und Schmerztherapie wird sie eine Bereicherung für das Leistungsangebot des Klinikums als Haus der Maximalversorgung sein.“

Die neue Chefärztin möchte die bestehende Vernetzung der Klinik mit niedergelassenen Psychotherapeuten fortsetzen und die Zusammenarbeit mit den somatischen Fachrichtungen im Klinikum und in den Praxen intensivieren. Als Beispiel nennt sie Patienten mit schweren Herzerkrankungen nach Implantation eines Defibrillators. Trotz der lebensrettenden Maßnahme kann dies bei einigen Patienten nach mehrfacher Schockabgabe zu erheblichen Bewältigungsproblemen bis hin zu schweren posttraumatischen Belastungsstörungen führen. Dies bringe eine eingeschränkte Lebensqualität und nicht selten massive Folgeprobleme mit sich.

Mit psychotherapeutischen Behandlungsansätzen lassen sich diese Ängste meist sehr erfolgreich behandeln. „Dabei ist die enge Zusammenarbeit mit den entsprechenden Fachdisziplinen unerlässlich“, so Dr. Kleiber.

Zur Person:

Dr. Christina Kleiber stammt aus Frankfurt/Main und hat in Gießen zunächst eine Krankenpflegeausbildung und anschließend ihr Medizinstudium absolviert. Es folgten einige Jahre Tätigkeit in der Schweiz mit internistischer Ausbildung, in der sie unter anderem in der Notaufnahme und Intensivstation arbeitete. Ihr weiterer Berufsweg einschließlich der Promotion führte sie in die Psychosomatik. „Das Gespräch mit Patienten war mir immer ein wichtiges Anliegen - zur Diagnostik, aber auch um die Bedeutung und Folgen der Erkrankung für den Patienten zu verstehen. Darüber hinaus ist es mir ein Anliegen, Patienten in ihren Bewältigungsmöglichkeiten zu unterstützen und zu stärken“, begründet die neue Chefärztin ihre Entscheidung für die Psychosomatik. „Mein Verständnis war schon immer an die Einschätzung der bekannten Psychosomatiker English und Weiss angelehnt: Nicht dem Körper weniger, sondern der Seele mehr Aufmerksamkeit schenken. Ein Ziel ist es dabei, Körper und Seele (wieder) ins Gleichgewicht zu bringen“.

Für ihre Facharztweiterbildung wechselte Dr. Kleiber daher an die Schön-Klinik Bad Bramstedt, eine der größten psychosomatischen Kliniken in Deutschland. Hier lernte sie das gesamte Spektrum der psychosomatischen Erkrankungen kennen. Seit 2002 war sie an der Universitätsmedizin Göttingen tätig, unterbrochen von einer zweijährigen Tätigkeit am Universitätsklinikum Marburg.

In Göttingen war sie seit 2007 Leitende Oberärztin und federführend bei der Implementierung und Leitung der Station für Internistische Psychosomatik und Psychokardiologie.

Langjährig war sie zudem Leiterin des Konsildienstes und engagierte sich bei der Entwicklung innovativer Lehrkonzepte für Medizinstudierende sowie in der Aus- und Weiterbildung von Psychologen und Ärzten. (nh)

Quelle: HNA

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