Mobil trotz Handicap

Mobil mit Auto und Rollstuhl: Der technische Fortschritt macht es möglich. Foto: dpa

Einfach einsteigen und losfahren: Für Millionen Menschen ist das Auto ein alltäglicher Begleiter. Für Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung kann der Fahrersitz jedoch als unerreichbares Ziel erscheinen. Dabei bietet das Auto viele Möglichkeiten, Menschen mit Handicap zu Mobilität und einem selbstbestimmten Leben zu verhelfen – passende Ausstattung vorausgesetzt.

„Die Möglichkeiten sind unglaublich vielfältig“, sagt Kai Eckhardt vom Kasseler Auto-Center Wahl. „Wenn zum Beispiel jemand durch einen Schlaganfall einseitig gelähmt oder durch eine Amputation beeinträchtigt ist, kann man das Gaspedal von der rechten auf die linke Seite versetzen.“ Wer im Rollstuhl sitzt, der kann mit Handschaltern oder Knöpfen am Lenkrad Gas geben und bremsen. Der Rollstuhl wird per Knopfdruck von einem automatischen Lift ins Auto geladen.

„Jede Behinderung ist individuell, deshalb ist auch jeder Umbau individuell“, sagt Andreas Günther, Geschäftsführer der Kasseler Wagener Technik GmbH. „Ich kann natürlich keinen großen Elektro-Rollstuhl in ein zweisitziges Sportcoupé verladen.“ Grundsätzlich seien die Umbauten aber unabhängig von Fahrzeugtyp und -marke.

Der technische Fortschritt sorgt dafür, dass sich die Grenzen verschieben, bis zu denen man trotz Behinderung ein Auto lenken kann. Die Möglichkeiten reichen bereits bis zur Sprachsteuerung, mit der der Fahrer Blinker und Licht per Stichwort betätigen kann. In Zukunft erscheint es sogar möglich, das Auto mit Gehirnströmen zu lenken, wie das Projekt „Brain Driver“ der Freien Universität Berlin zeigt.

Die Kosten für den behindertengerechten Umbau eines Autos können sich dabei schnell auf mehrere Tausend Euro belaufen. Je nach Fall kann ein Teil der Kosten von anderen Trägern wie der Unfallversicherung oder der Arbeitsagentur übernommen werden, beispielsweise um den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu erleichtern. Beratung bei den Förderanträgen bieten Verbände wie der Bund der behinderten Autobesitzer (Internet: www.bbab.de) und der Verein Mobil mit Behinderung (www.mobil-mit-behinderung.de). (ntz)

Quelle: HNA

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