Metabolic Balance: Schmale Taille oder schmaler Geldbeutel?

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Die Zahl der Abnehmprogramme und Schlankheitskuren ist unüberschaubar groß. Besonders angesagt sind derzeit Stoffwechseldiäten - allen voran: die Metabolic Balance-Methode. Kein Wunder, schließlich klingt der Name vielversprechend: Metabolic bedeutet Stoffwechsel, Balance Ausgleich.

„Das hört sich zunächst einmal gesund an, bei genauerem Hinsehen gewinnt man jedoch einen anderen Eindruck“, kritisiert Marianne Rudischer, Ernährungsmedizinische Beraterin der Barmer GEK.

Strenge Ernährungsregeln

Grundlage der Methode ist ein Bluttest, bei dem 35 verschiedene Laborwerte untersucht werden, die angeblich Rückschlüsse auf eine Mangelversorgung oder Allergieneigung zulassen. Anschließend wird eine Auswahl an Lebensmitteln zusammengestellt, die den individuellen täglichen Ernährungsplan bestimmen und zum Abnehmen führen sollen.

Die Diät läuft in vier Phasen ab: Vorbereitungsphase, strenge Umstellungsphase, gelockerte Phase und Erhaltungsphase. Grundsätzlich sind drei Mahlzeiten pro Tag vorgegeben, dazwischen müssen jeweils mindestens fünf Stunden Pause liegen und die vorgegebenen Lebensmittel und Mengen sind strikt einzuhalten.

Teure Erkenntnis

Die Teilnahme an dem Abnehmprogramm kann bis zu 840 Euro kosten. Ein stolzer Preis für eine Methode, der die wissenschaftliche Basis fehlt. Denn für Ernährungswissenschaftler ist die vermeintlich hohe Aussagekraft des Bluttests schleierhaft. „Wie aus diesen Werten eine individuelle Lebensmittelliste entstehen soll, ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht nachvollziehbar, genauso wenig wie die strengen Ernährungsregeln“, so Rudischer.

Außerdem ist ein dauerhafter Erfolg ziemlich zweifelhaft auch wenn mit dieser Methode anfangs Kilos purzeln. Schließlich liegt die erlaubte Kalorienzahl in den einzelnen Phasen zwischen 400 und 1500 pro Tag. „Das führt zwar kurzfristig zu einer Gewichtsabnahme, die Diät ist allerdings durch ihre strikten Vorgaben nur bedingt alltagstauglich und kann deshalb meist nur schwer auf Dauer eingehalten werden. Die Folge wäre dann der unerwünschte Jojo-Effekt.“

Statt der Taille wird also in vielen Fällen vermutlich nur der Geldbeutel schmaler. „Der sicherste Weg zu einer schlankeren Figur ist eine schrittweise Ernährungsumstellung gemäß der bekannten Formel: Mehr Kalorien verbrauchen, als zu sich nehmen und schon schmelzen die Pfunde“, resümiert Rudischer. (nh)

Quelle: HNA

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