Massage löst Ödeme auf

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Schwellungen: Sportverletzungen sind eine der häufigsten Ursachen für Ödeme, die mit einer Manuellen Lymphdrainage behandelt werden können.

Ich habe häufig geschwollene Beine und habe gehört, eine Manuelle Lymphdrainage könne in solchen Fällen helfen. Was ist eine Manuelle Lymphdrainage überhaupt und wie funktioniert sie?“, fragt eine Leserin aus Kassel.

„Eine Manuelle Lymphdrainage ist im Grunde eine leichte, oberflächliche Massage entlang der Lymphgefäße“, erklärt Diplom-Physiotherapeutin Kathrin Tepel, Mitinhaberin der Gemeinschaftspraxis Physio Fit in Kassel. Sie diene vor allem zur Behandlung von Ödemen und zur Entstauung geschwollener Körperregionen, insbesondere am Körperstamm sowie an Armen und Beinen.

Kathrin Tepel

Angewendet wird die Manuelle Lymphdrainage am häufigsten, wenn aufgrund von Verletzungen und nach Operationen, etwa nach einer Tumorentfernung, Ödeme entstehen. Ein Ödem ist eine Schwellung des Gewebes, die durch die Einlagerung von Flüssigkeit aus dem Gefäßsystem entsteht. Tepel erklärt: „Die Lymphflüssigkeit transportiert über die Lymphgefäße Abfallprodukte ab, die etwa beim Sauerstoff-Austausch des Blutes regelmäßig entstehen.“ Sind Lymphgefäße beispielsweise durch Verletzungen geschädigt, kann die Lymphflüssigkeit häufig nicht optimal abtransportiert werden und lagert sich im Gewebe ab - Schwellungen entstehen.Bei der Manuellen Lymphdrainage wird durch verschiedene Massage- und Grifftechniken wie etwa kreisförmige Bewegungen und leichter Druck die Flüssigkeit aus dem Gewebe in die Lymphgefäße verschoben. Das Lymphsystem wird so aktiviert und vor allem die Pumpleistung der Lymphgefäße verbessert.

„Die überschüssige Flüssigkeit kann dann abtransportiert und ausgeschieden werden“, erklärt die Physiotherapeutin. Zuvor werden die Lymphknoten und -gefäße vom Kopfbereich abwärts massiert, um Platz für den Abtransport der überschüssigen Lymphflüssigkeit zu schaffen.

„Die Manuelle Lymphdrainage wird von den Betroffenen in der Regel als sehr angenehm und entspannend empfunden“, sagt Tepel. Die Behandlung muss von einem Arzt verschrieben werden.

Je nach Befund erfolgt die Therapie in 30-, 45- oder 60-Minuten-Takten. Häufigste Ursache für Ödeme sind laut der Physiotherapeutin Verletzungen, vor allem Sportverletzungen, und Operationen, bei Frauen insbesondere nach der Entfernung eines Brust-Tumors. Während in diesen Fällen die Schwellungen in der Regel örtlich begrenzt sind, können bei genetisch bedingten Lymphgefäßschädigungen die Schwellungen am ganzen Körper auftreten.

 Von Mirko Konrad

Quelle: HNA

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