Ein Makel auf der Haut stört häufig

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Ruhe geben und nicht unter Zug setzen: Das ist eine wichtige Regel, damit eine frische Narbe gut verheilt.

Frische Narben lassen sich aber frühzeitig oft so behandeln, dass sie später weniger sichtbar sind

Die meisten Menschen empfinden eine Narbe als Makel, vor allem wenn sie gut sichtbar ist. Frische Narben lassen sich aber oft so behandeln, dass sie später weniger stören.

„Ich würde nie eine unsichtbare Narbe versprechen“, sagt Sven von Saldern, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC). „Aber eine Narbe kann so schön verheilen, dass selbst der Operateur sie suchen muss.“

Unter anderem kommt es darauf an, wo sich die Narbe befindet. „Überschießende Narben sind an der Schulter, der Brust und am Ohrläppchen häufiger als an anderen Stellen“, sagt Gerd Gauglitz von der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Universität München. Dort sei die Haut viel Spannung ausgesetzt. Unter Spannung bilden sich oft hypertrophe Narben. Das sind laut der Leitlinie zur Narbentherapie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft solche, die sich auf das Gebiet der ursprünglichen Wunde beschränken, aber über das Hautniveau hinausragen und wulstig verdickt sind. Sie können sich spontan zurückbilden, allerdings oft nicht vollständig.

Nicht unter Zug setzen

Ob sich eine hässliche Narbe bildet, lässt sich schon in den ersten Wochen nach einer Operation abschätzen. Patienten können bis dahin selbst viel Einfluss nehmen: „Ganz kurz nach der OP der betreffenden Körperstelle Ruhe geben und die Narbe nicht unter Zug setzen“, lautet von Saldern zufolge die erste Regel. Die zweite: „Drei Wochen lang keinen Sport machen, vor allem wenn die Narbe in einem Bereich liegt, der viel bewegt wird.“ Denn selbst wenn bereits die Fäden gezogen sind und oberflächlich alles gut aussieht, sei die Narbe noch längst nicht verheilt.

Wichtig sei daher auch, die noch frische Narbe per Pflaster oder Sunblocker mindestens drei Monate vor Sonne zu schützen, ergänzt Gauglitz. Auch wenn die Narbe unter scheuernden Kleidungsstücken liegt, ist das Abdecken mit einem Pflaster sinnvoll.

Zunehmend werden von Fachleuten Silikongele, -pflaster und ein Zwiebelextrakt enthaltendes Narbengel empfohlen. In der Tat belegen zunehmend verschiedene Studien deren Nutzen. An der Wirkung anderer Narbensalben und -cremes bestehen aber nach wie vor Zweifel.

„Absolut gut ist Druck, das wissen wir aus der Verbrennungsmedizin“, sagt von Saldern. Dort werden stark beeinträchtigte Menschen in Kompressionsanzüge gesteckt, um die Narbenbildung zu beeinflussen. Wichtig bei Druck sei allerdings, dass man die Narbe nicht reizt oder daran herumreibt. (dpa)

Quelle: HNA

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