Radioaktivität hilft auch bei Gelenkschmerzen

+
Radiosynoviorthese (RSO): Diese Therapie ist eine effektive Methode bei verschiedenen Gelenkentzündungen (Arthritis).

Die Radiosynoviorthese (RSO), auch nuklearmedizinische Gelenktherapie genannt, ist eine effektive Therapiemethode bei verschiedenen Gelenkentzündungen.

In einem entzündeten Gelenk produziert die durch die Entzündung verdickte und gereizte Gelenkschleimhaut vermehrt Flüssigkeit, die zu Schmerzen und zur Einschränkung der Beweglichkeit führen. Diese vermehrte Ansammlung von Gelenkflüssigkeit führt im fortgeschrittenen Stadium zu einer Arthrose und zur degenerativen Veränderung der Gelenke, verbunden mit erheblichen Beschwerden. „Bei der RSO werden spezielle radioaktive Partikel mit einer geringen Eindringtiefe der Strahlung und einer sehr kurzen Halbwertszeit in das Gelenk gespritzt, so dass diese nur lokal wirksam sind“, erklärt Dr. Knut Liepe.

Diese Partikel werden von der entzündeten Gelenkschleimhaut aufgenommen und die Energie kann genau dort wirken, wo sie gebraucht wird – nämlich in der Gelenkschleimhaut. Für die Patienten ist diese Therapie mit einer Gelenkpunktion vergleichbar. Die Strahlung führt zu einer lokalen Zerstörung der Entzündungszellen und einer Reduktion der Ergussbildung. „Es erfolgt quasi eine Strahlentherapie direkt im Gelenk und die damit verbundene Strahlenbelastung ist für den Körper nur sehr gering.“ Bei bis zu 80 Prozent der Patienten wird eine Reduktion der Schmerzen und eine Verbesserung der Beweglichkeit beobachtet, jeweils abhängig von der Vorschädigung des Gelenkes.

Wichtig ist dabei, dass mit der RSO die Entstehung der Arthrose verlangsamt oder gestoppt werden kann. Daher sollte diese Therapie möglichst frühzeitig und noch vor dem Auftreten der Arthrose erfolgen. Diese Therapie ist für Patienten zu empfehlen, die etwa an rheumatoider Arthritis, Polyarthritis oder auch an Gelenkergüssen im Rahmen einer Arthrose beziehungsweise bei künstlichen Gelenken leiden. Da aber die Radiosynoviorthese nur lokal wirkt, ist beim rheumatischen Formenkreis der Gelenkenzündung immer auch eine systemische Therapie erforderlich. Eine mögliche Alternative stellt auch die chirurgische Arthroskopie oder die Operation dar, was aber einen deutlich größeren Eingriff darstellt.

Ambulante Therapie

Die RSO ist eine seit Jahrzehnten bewährte Therapie und kann ambulant erfolgen. Sie wird auch von den Kassen bezahlt, sodass für den Patienten keine zusätzlichen Kosten entstehen. Grundsätzlich ist die Therapie einmalig und dauert nur einige Minuten. Bei erneuten Beschwerden oder einem Teilerfolg kann die Therapie nach einem Vierteljahr wiederholt werden. Nach der Therapie wird das Gelenk für zwei Tage mit einer Schiene ruhiggestellt, was den Patienten etwas einschränkt. Danach ist er aber wieder belastbar und arbeitsfähig. (nh)

Mehr: Klinikum Kassel

Telefonsprechstunden der HNA-Gesundheitswoche im Überblick

Quelle: HNA

Kommentare