Lebensqualität von Senioren verbessern

+
Sie ist mit Herz und Seele Seniorenbeauftragte: Monika Merles Tätigkeit wird durch den DRK-Kreisverband finanziert.

Sie hat das Herz am richtigen Fleck. Und dort schlägt es für die Senioren im Schwalm-Eder-Kreis. Monika Merle aus Trutzhain ist Seniorenbeauftragte des DRK-Schwalm-Eder.

Seit drei Jahren betreut sie ältere Menschen und beantwortet Fragen des täglichen Lebens und klärt darüber auf, welche Möglichkeiten der Hilfen es gibt. Die Stelle wurde vor drei Jahren mithilfe der Glücksspirale geschaffen, die bei der Finanzierung behilflich war und einen ordentlichen Betrag zuschoss.

Das Pilotprojekt hat mittlerweile bei vielen Kreisverbänden Schule gemacht. „Darüber sind wir sehr froh“, sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Manfred Lau. Deshalb habe man sich entschlossen, die Stelle weiterhin aus dem Topf des Kreisverbandes mit Sitz in Ziegenhain zu finanzieren. Die Rückmeldungen seien rundum positiv. Monika Merle spreche schlicht die Sprache der Senioren. „Das fängt schon beim Schwälmer Platt an“, erzählt die Trutzhainerin. Der Dialekt öffne ihr manche Tür, breche das Eis. Anfangs habe sie zunächst Kontakt zu den Nutzern eines Hausnotrufgerätes aufgenommen. 150 Menschen im ersten Jahr. „Bei jedem, der ein solches Gerät hat, sollten regelmäßig bestimmte Daten erneuert werden“, erläutert Monika Merle. Wichtig sei unter anderem, die Gabe von Medikamenten stets zu aktualisieren.

Kostenloser Dienst

Für die Senioren ist der Service von Monika Merle übrigens kostenlos und unverbindlich. Neben der Betreuung der Hausnotrufkunden im Schwalm-Eder-Kreis hält die Trutzhainerin Kontakt zu den kommunalen Seniorenbeauftragten sowie zu Ärzten, Apotheken und Sanitätshäusern. „Oft bin ich auch einfach nur Seelsorgerin“, sagt sie. Bei ihren Gesprächen kommen jedoch auch häufig ganz handfeste Themen auf den Tisch.

Angst vor Anträgen nehmen

„Ältere Menschen haben große Angst, Anträge auszufüllen“, hat sie die Erfahrung gemacht. Monika Merle lässt dabei niemanden allein. Immer wieder klärt sie über die Beantragung der Pflegestufen auf, hilft beim Ausfüllen, bringt alles zur Krankenkasse. „Viele fallen in einer solchen Situation ins Bodenlose, weil sie schlicht nichts über das Thema wissen“, erklärt Merle. Deshalb freut es sie besonders, wenn ihr Menschen nach einem Informationsgespräch die Hand drücken und sagen: „Jetzt geht es mir schon viel besser.“ Dabei achtet Monika Merle darauf, dass sie so spricht, dass es die Senioren auch verstehen. „Ich habe mir Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten heraus gesucht, die für jeden verständlich sind“, erläutert sie. Denn auch damit beschäftigt sich die Trutzhainerin intensiv, besucht regelmäßig Fortbildungen. „Ich möchte Menschen dafür sensibilisieren und das Thema ansprechen, bevor es zu spät ist“, sagt sie. Denn immer wieder gebe es Fälle, wo Angehörige denken, sie könnten über den Pflegebedürftigen entscheiden. „Aber das ist ohne Vollmacht definitiv nicht so“, erklärt Monika Merle.

Für Aufklärung sorgt die Seniorenbeauftragte jedoch nicht nur im häuslichen Umfeld: Sie hält auch Vorträge bei Altenclubs oder Frauenkreisen sowie Seniorenzentren. In den drei Jahren hat Monika Merle schon viel bewegt: „Der Austausch mit den Kommunen ist wesentlich besser“, sagt Manfred Lau. Der Trutzhainerin geht es in ihrer Arbeit auch darum, Ängste abzubauen. „Bei stationären Bereichen denken viele ältere Menschen noch immer ans Eingesperrt sein“, erzählt sie. Sie empfehle, sich Einrichtungen zunächst einmal anzusehen. „Und am besten zu Zeiten, wo man nicht mit Besuchen rechnet“, rät sie Senioren. Dann könne man dort den Alltag erleben – und würde vielfach positiv überrascht. „Eine ältere Dame wollte partout nicht in eine Einrichtung. Nach zwei Wochen Probewohnen war sie so begeistert, dass sie gar nicht mehr weg wollte“, erzählt Monika Merle. „Sie hat festgestellt, dass es schön ist, jemanden zum Plaudern zu haben. Genauso gut kann sie sich aber auch in ihr Zimmer zurückziehen.“ Monika Merle will keinem die Entscheidung abnehmen. „Aber ich kann Schritt für Schritt mit den älteren Menschen und ihren Angehörigen gehen“, beschreibt sie ihren Alltag. Diese Hilfe überhaupt anzunehmen, das falle vielen Älteren jedoch zunächst schwer. „Aber nach und nach entdecken sie, dass sich mit der Hilfe auch ihre Lebensqualität verbessert“, sagt Merle. „Mir ist wichtig, dass sich für den Pflegebedürftigen, aber auch für den, der pflegt, das Leben wieder lohnt.“ (zsr)

Lebensqualität im Alter - Ausgabe Kassel

Lebensqualität im Alter - Ausgabe Witzenhausen

Lebensqualität im Alter - Ausgabe Schwalm

Lebensqualität im Alter - Ausgabe Melsungen

Lebensqualität im Alter - Ausgabe Fritzlar-Homberg

Lebensqualität im Alter - Ausgabe Rotenburg-Bebra

Lebensqualität im Alter - Ausgabe Waldeck-Frankenberg

Lebensqualität im Alter - Ausgabe Hofgeismar-Wolfhagen

Lebensqualität im Alter - Ausgabe Hann. Münden

Lebensqualität im Alter - Ausgabe Northeim

Quelle: HNA

Kommentare