Lebenserwartung in Westeuropa deutlich höher als in USA

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Die Lebenserwartung in Westeuropa steigt weiter an und hat inzwischen die der USA deutlich überflügelt. Dies berichtet der Epidemiologe David Leon von der London School of Hygiene and Tropical Medicine unter Verweis auf die Entwicklung in Großbritannien.

Dort lag die mittlere Lebensdauer im Jahr 2007 bei 80 Jahren, im Vergleich zu 78 Jahren in den USA. Damit liegen die USA trotz extrem hoher Gesundheitsausgaben pro Person gleichauf mit jenen westeuropäischen Ländern mit der geringsten Lebenserwartung, Portugal bei den Männern und Dänemark bei den Frauen.

Dies zeige, dass die Kosten im Gesundheitswesen und das Bruttosozialprodukt wenig aussagen über die Gesundheit der Bevölkerung von Industriestaaten, betont Leon.

In Russland lag die Lebenserwartung im Jahr 2008 für Männer bei knapp 62 und für Frauen bei gut 74 Jahren. Damit sei die Lebensdauer wieder auf den Wert von vor 40 Jahren gestiegen, so der Epidemiologe. Den Grund für diesen Aufwärtstrend in Russland sieht er allerdings nicht in einer besseren medizinischen Versorgung, sondern die sinkenden Todesfälle durch Alkohol, vor allem bei Männern.

Die steigende Lebenserwartung in Westeuropa begründet Leon unter anderem mit einem Rückgang der Herz-Kreislauf-Mortalität, verursacht etwa durch den Rückgang des Tabakkonsums. (dapd)

Quelle: HNA

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