Gut zu Fuß – Ein Leben lang: Sensomotorik ist auf dem Vormarsch

Weggepackt in Strümpfen und Schuhen werden unsere Füße im kopflastigen Alltag förmlich zertreten. Die Auswirkungen davon sind schmerzhaft und unnötig. Besonders das zivilisierte Leben bringt unsere gesunden Füße aus dem Gleichgewicht.

Zu glatte und zu harte Böden, festes, zu enges und unflexibles Schuhwerk schwächen die Muskulatur unserer Füße, sie wird abgebaut. Auf lange Sicht machen sich dann die Folgen der muskulären Fehlbelastung bis in Wirbelsäule hinein bemerkbar.

Ganz anders geschieht die Belastung beim Wandern in der Natur, denn der Boden ist abwechlungsreich, mal steinig, dann glatt, matschig, rau, mal geht´s bergauf, mal bergab. Auf diese Weise werden der Fuß und der ganze Bewegungsapparat anders gefordert. Die Folge: Die muskuläre Antwort ist jedes Mal individuell und die Fußmuskulatur erhält neue Impulse, die Bewegungsabläufe verbessern sich.

Naturnahe Imitation

Um der zivilisationsbedingten täglichen Fehlbelastung entgegenzuwirken, wurden sensomotorische Einlagen entwickelt. Sie stimulieren die Rezeptoren der Fußsohle und fördern somit den Aufbau der Fußmuskulatur. Über verbundene Muskelketten wird somit der gesamte Bewegungsapparat beeinflusst. Sensomotorische Einlagen arbeiten wie ein Trainingsgerät. Die Weichheit und die spezifische Rückstellkraft der mit Kautschuk gefüllten Polster geben dem Körper ein angenehmes Gefühl und stärken durch den gezielten Druck am Fuß die Intensität der aufsteigenden Signale. Dadurch erhält die Fußmuskulatur ausreichende Impulse und die Bewegungsabläufe verbessern sich. Auf diese Weise werden nicht nur die Füße stärker, sondern die gesamte Körpermuskulatur wird beeinflusst. Rücken- und Kniebeschwerden lassen nach.

Sensomotorische Einlagen sind besonders für Menschen sinnvoll, die an einem der folgenden Symptome leiden: Hallux valgus, Abrollstörung der Füße, Fersenschmerzen, Achillessehnenreizung, unspezifische Knieschmerzen, Hüft und Beckenschmerzen, Beckenschiefstand, Rückenschmerzen, Haltungsschwäche, Nackenverspannungen, Kopfschmerzen und Gangbildstörungen.

Sensomotorische Einlagen sind nicht alle gleich

Inzwischen sind die sensomotorischen Einlagen auf dem Vormarsch, doch nicht alle sind gleich. Nur speziell ausgebildete Ärzte sollten sie verordnen, denn sie wirken wie ein Medikament. Die Individualität von sensomotorischen Einlagen entsteht durch die Befüllung der einzelnen Polster. Diese werden individuell für ihren Träger befüllt, so dass für jeden Patienten die auf seine Haltungsprobleme bezogene Lösung geschaffen wird. Hierfür ist neben einer Haltungs-und Ganganalyse auch eine Untersuchung der Fehlfunktion, der vom Fuß aufsteigenden Muskelgruppen notwendig. Dies geschieht durch eine 4-D-Vermessung der Wirbelsäule. (nh/jwe)

Quelle: HNA

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