Laufgenuss ganz ohne Schmerzen

Sport ohne großen Aufwand: Joggen und Walking erfreuen sich großer Beliebtheit. Foto: Picture-Alliance

Wenn die Hitze des Sommers nachlässt, die Luft wieder klarer wird und sich die ersten Blätter bunt färben, zieht es viele Menschen zum Sport nach draußen. Joggen und Walking erfreuen sich besonderer Beliebtheit, denn diese Sportarten lassen sich ohne großen Aufwand betreiben.

Damit die Freude an der Bewegung nicht getrübt wird, sollten besonders Menschen mit Fußfehlstellungen vor dem Einstieg in den Laufsport eine individuelle Haltungs- und Bewegungsanalyse durch einen Arzt für Orthopädie vornehmen lassen. Denn bei Laufsportarten werden die Gelenke der Füße und Beine durch wiederkehrende Bewegungsmuster über längere Zeit mit dem zwei- bis dreifachen Körpergewicht beansprucht. Es gilt, Überbelastungen zu vermeiden, um negative Auswirkungen auf den gesamten Körper zu verhindern.

Viele Beschwerden und Sportverletzungen sind auf eine Fehlstatik des Bewegungsapparates zurückzuführen. So ist bei Läufern oft eine Überpronation – ein verstärktes Einknicken des Fußes nach innen – zu beobachten, durch die das Verletzungsrisiko erhöht wird. Auch Hohlfuß-Probleme, Spreizfußschmerzen oder Sehnenansatzbeschwerden am Fersenbein mindern die Freude am Laufen und bergen gesundheitliche Risiken.

Dr. Horst Darmstädter, Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin, weiß um die Bedeutung von passenden Einlagen zur Behebung derartiger Fehlstellungen. „Mit Hilfe von sensomotorischen Einlagen lassen sich statisch-bedingte Fußprobleme nicht nur reduzieren, sondern sogar beheben,“ sagt Dr. Darmstädter. Diese speziellen Einlagen bieten Patienten mit Fuß- und Haltungsschwächen gute Voraussetzungen für eine individuelle Unterstützung des Körpers.

Die weichen, prallelastisch gefüllten Spezialeinlagen können durch Befüllung individuell angepasst werden. Schwache Muskeln werden stimuliert, die gestörte Muskel- und Gelenkorganisation im Fuß wird aufgebaut und so die ungestörte Funktion beim Laufen erreicht.

Messung per Computer

Vor dem Anfertigen sensomotorischer Einlagen wird anhand des ärztlichen Untersuchungsbefundes festgestellt, welche Fehlbelastung vorliegt, wie die Stellung des Fersenbeins ist oder ob eine Verformung der Zehenglieder besteht. Wichtig ist auch die Feststellung von O- oder X-Beinen sowie der Hüft- und Wirbelsäulenhaltung, zum Beispiel mit einer 4-D-Wirbelsäulen-Haltungsanalyse. „Mit Hilfe einer optischen Kamera und eines Projektors werden parallele Messlinien auf die Rückenoberfläche des Patienten projiziert und dieses dreidimensionale Muster an den Computer weitergegeben“, erklärt Dr. Horst Darmstädter.

Ohne jegliche Röntgenbelastung können so Form und Position der Wirbelsäule erfasst und die Auswirkungen von Fußfehlstellungen diagnostiziert werden. Nach einer Analyse können die sensomotorischen Einlagen, die zur Zeit noch nicht von allen gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden, individuell angepasst werden.

Von Dagmar Buth-Parvaresh

Quelle: HNA

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