Das Kreuz mit dem Kreuz

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Entlasten: Die Experten vom RKH in Kassel besprechen mit den Patienten ganz genau, was sie gegen die Rückenschmerzen tun  können.

Rückenschmerzen haben sich zur Volkskrankheit entwickelt. Abgesehen von Infekten sind sie laut Studien der zweithäufigste Grund, einen Arzt aufzusuchen.

„Bei Rückenschmerzen, die länger als vier Wochen andauern, ist eine intensive ärztliche, physiotherapeutisch-funktionelle und psychologische Untersuchung notwendig“, sagt Schmerztherapeut Dr. Andreas Böger, Chefarzt am Roten Kreuz Krankenhaus (RKH) in Kassel.

Meist sind nicht etwa Bandscheibenvorfälle Auslöser der Rückenschmerzen – die Beschwerden sind oft vielschichtiger. Operationen führen dann nicht zur Schmerzfreiheit und die Beschwerden können sogar schlimmer werden. „Bei der Therapie chronischer Rückenschmerzen arbeiten wir mit einem multimodalen Programm, bei dem verträgliche Medikamente, aktivierende Physiotherapie, Akupunktur und psychologische Techniken kombiniert werden.“, berichtet Dr. Böger.

Damit Rückenschmerzen erst gar nicht auftreten, rät Orthopäde Prof. Dr. Werner Konermann, ebenfalls Chefarzt am RKH: „Wird der Stütz- und Bewegungsapparat durch ungewohnte oder fehlerhafte Belastungen stärker beansprucht, als er Stand halten kann, können langfristig Schäden entstehen. Eine Diagnose ist oft schwierig, da viele unterschiedliche Symptome gleichzeitig vorliegen können. Etwa beim Bandscheibenvorfall mit fortgeleiteten Schmerzen vom unteren Rücken bis in das Bein.“ Unter anderem durch Sport kann man die gleichförmigen Bewegungen des beruflichen Alltags ausgleichen. „Die von Krankenkassen bezuschussten Rückenschulkurse helfen außerdem, Schmerzen vorzubeugen oder diesen im Frühstadium entgegenzuwirken“. Präventionskurse werden vom RKH angeboten. (nh)

Quelle: HNA

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