Keine OP ohne Besteck

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Umfassende Pflege der Instrumente: Sabine Westermann und Sonja Merkel leiten die Zentrale Sterilgutversorgung des Kreiskrankenhauses Frankenberg.

Weit mehr als 5000 Instrumente werden in der Zentralsterilisation des Kreiskrankenhauses Frankenberg steril aufbereitet – und das täglich. Ab Anfang nächsten Jahres werden auch die OP-Werkzeuge des Winterberger St. Franziskus-Hospitals in Frankenberg wieder einsatzfähig gemacht.

Die Wiederaufbereitung von Operationszubehör gehört für die meisten Krankenhäuser zum Klinikalltag – ein Alltag, der am Kreiskrankenhaus Frankenberg bald noch umfangreicher sein wird. Bereits jetzt arbeiten die insgesamt elf Mitarbeiter hochkonzentriert und präzise, um Standardinstrumente wie Scheren, Klemmen, Nadelhalter oder Schalen aber auch komplette Systeme – wie sie bei einer Knie- oder Hüftoperation benötigt werden – nach Gebrauch wieder verwendbar zu machen.

Dazu werden die Instrumente zunächst auf der so genannten unreinen Seite der Abteilung entgegen genommen, vorgereinigt und auf Reinigungssiebe sortiert. In einem Reinigungs- und Desinfektionsgerät – ähnlich einer überdimensionalen Spülmaschine – werden sie anschließend 90 Minuten lang bei über 90 Grad thermisch gereinigt und desinfiziert. Viren und Bakterien werden dabei abgetötet.

Die „reine Seite“ der Abteilung nimmt den Operationszubehör anschließend entgegen und prüft ihn auf Sauberkeit und Funktion. „Wir nehmen jedes einzelne Werkzeug in die Hand, schauen es uns genau an und testen, ob es funktioniert“, erklärt die Leiterin der Zentralen Sterilgutversorgung am Kreiskrankenhaus Frankenberg Sabine Westermann.

„Dabei kümmern wir uns auch um die Pflege der Instrumente, ölen zum Beispiel eine Schere, damit diese wieder geschmeidig schneidet.“ Erst nach sorgfältiger Prüfung auf Sauberkeit und Funktionsfähigkeit wird der Zubehör in Tüten verpackt und in den Sterilisator gegeben. Dort werden die Werkzeuge mit Hilfe eines Vakuums und mit 134 Grad heißem Dampf von Keimen befreit.

„Erst nach dem Sterilisationsprozess und nochmaliger Prüfung der Verpackung wird der Zubehör für den Gebrauch freigegeben“, erklärt Westermann. „Das tun wir mit allen Instrumenten, so als wenn wir uns mit ihnen auch selbst operieren lassen würden – das ist unser Leitmotto.“

Darüber hinaus wird nebenbei überwacht, welche der zahlreichen Instrumente nach Frankenberg gehören und welche wieder an das Stadtkrankenhaus Korbach  zurückgegeben werden.

„Jedes einzelne Werkzeug hat seine eigene Nummer. Wir können die Geschichte beispielsweise einer Schere also über Jahre hinweg genau nachverfolgen“, so Westermann, die als ursprünglich gelernte Krankenschwester auf 25 Jahre OP-Erfahrung zurückblicken kann.

„Denn nur durch Organisation und mit einem Hang zur Perfektion können wir die hohen Anforderungen an Qualität und Hygiene erfüllen.“ Darüber hinaus werden die Geräte in der Abteilung in regelmäßigen Abständen gewartet, überprüft und validiert.

Kommt ab nächstem Jahr auch der Winterberger Zubehör zur Sterilisation nach Frankenberg, stehen einige Veränderungen ins Haus: um das Mehr an Arbeit bewältigen zu können, hat das Kreiskrankenhaus aufgerüstet. „Gab es bisher nur Tagesschichten, werden ab 2014 zusätzliche Nacht- und Wochenenddienste eingerichtet“, erklärt der Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses Christian Jostes, der zugleich auch das St. Franziskus-Hospital in Winterberg leitet. „Darüber hinaus haben wir zusätzlich 3 Arbeitsplätze geschaffen und 2 neue Mitarbeiter eingestellt.“

Auch Sabine Westermann sieht die Kooperation positiv. „Durch die Zusammenarbeit können Synergien geschaffen werden, von denen alle drei Häuser profitieren. Beispielsweise könnte eine zentrale Leihstelle für Instrumentensysteme eingerichtet werden, damit nicht alle Häuser alles anschaffen müssen“, erklärt sie. Dies spare Platz und Kosten und nicht zuletzt: viel Arbeit. (nh)

Quelle: HNA

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