Bei Herzstillstand schnell reagieren und Leben retten

Kreisklinik Frankenberg bietet Reanimations-Schulung an

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Der Reanimationsbeauftragte Ulrich Platt und Chefarzt Dr. Hannes Gabriel laden alle Interessierten herzlich zur Reanimations-Schulung am 25. September ein.

Der plötzliche Herztod ist eine der häufigsten Todesursachen weltweit. Wie man bestmöglich Erste Hilfe leistet, dazu bietet das Kreiskrankenhaus Frankenberg  am 25. September im Rahmen der bundesweiten Woche der Wiederbelebung einen Vortrag mit Praxisschulung an.

Im Café, beim Autofahren oder an der Arbeit: akutes Herzversagen trifft die Betroffenen meist heimtückisch und unverhofft. Eine schnelle Reaktion der Ersthelfer ist extrem wichtig, jedoch leider noch nicht selbstverständlich geworden. „Viele Menschen haben verständlicherweise Angst, etwas falsch zu machen“, erklärt der Chefanästhesist des Kreiskrankenhauses Frankenberg Dr. Hannes Gabriel. „Diese Angst ist in dieser Situation jedoch unbegründet. Man macht nur etwas falsch, wenn man gar nichts unternimmt.“

In der Tat sind bereits nach wenigen Minuten, in denen der Herzkreislauf still steht, schwere Hirnschäden durch Sauerstoffmangel zu erwarten. Um dem entgegen zu wirken, müssen Ersthelfer nach Absetzen des Notrufs sofort versuchen, den Kreislauf mit einer Herzdruckmassage  wieder in Gang zu bringen. „Der Betroffene wird dabei auf den Rücken gelegt, am besten auf eine harte Unterlage“, erläutert der Chefarzt die Vorgehensweise. „Der Handballen muss dann etwa 100 Mal pro Minute auf das Brustbein in der Mitte des Brustkorbs gepresst werden – und das etwa fünf Zentimeter tief.“ Ist ein zweiter Helfer vor Ort, sollte er den Patienten nach 30 Kompressionen durch Mund oder Nase mit zwei Zügen beatmen, um ihn mit Sauerstoff zu versorgen. „Manchmal ist die Atemspende nicht möglich, beispielsweise wenn man allein ist. Dann liegt die Priorität auf der Herzdruckmassage bis der Rettungsdienst eintrifft“, erklärt Dr. Hannes Gabriel die lebensrettenden Maßnahmen.

Doch wie kann auch ein ungeschultes Auge einen Herzstillstand erkennen? Wie muss dann schnellstmöglich gehandelt werden? Und wann muss gegebenenfalls auch ein Defibrillator zum Einsatz kommen? Diese und weitere Fragen sollen in dem Vortrag mit Praxisschulung am Freitag, den 25. September von 16 bis 18 Uhr thematisiert werden. „Mit dieser Fortbildung möchten wir dazu beitragen, Hemmungen bei Laien abzubauen – und sie darin schulen, im Ernstfall richtig und vor allem schnell zu handeln“, erklärt der Reanimationsbeauftragte des Kreiskrankenhauses Ulrich Platt. Denn im Großteil der Fälle ist medizinisches Personal nicht sofort vor Ort. „Wichtig ist, dass die Ersthelfer sich trauen, zu handeln und keine Angst davor haben, eventuell etwas falsch zu machen.“ Denn falsch sei in diesem Moment nur, gar nichts zu unternehmen.

Dass das Thema Wiederbelebung ständig aktuell ist, zeigt auch die Initiative „100 pro Reanimation“. Diese hat die Tage vom 19. bis 26. September bundesweit zur Woche der Wiederbelebung erklärt. In diesem Rahmen finden in ganz Deutschland Aktionen zum Thema Reanimation statt. So auch die Schulung der Kreisklinik am 25. September, die von 16 bis 18 Uhr im angegliederten Schulzentrum für Pflegeberufe direkt neben dem Frankenberger Kreiskrankenhaus  in der Forststraße stattfinden wird. „Wir möchten alle Interessierten einladen, daran teilzunehmen“, sagt Ulrich Platt. „Denn im Notfall zu helfen, ist nicht nur Pflicht, sondern sollte für uns alle auch eine Herzensangelegenheit sein.“ (nh)

Die Veranstaltung ist kostenlos. Anmeldungen zur Schulung werden per E-Mail unter a-k.heimbuchner@krankenhaus-frankenberg.de oder per Telefon unter 06451 – 55 204 entgegengenommen.

Quelle: HNA

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