Krankes Herz durch Schlafstörung

Wichtig für den Kreislauf: gesunder Schlaf. Foto: Fotolia

Vor einigen Jahren wäre es noch undenkbar gewesen, Störungen des Schlafs mit Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems in Verbindung zu bringen. Als Ursachen von Gefäßerkrankungen wie der Koronar- und Hirnarteriensklerose wurden tierische Fette, allen voran das LDL-Cholesterin, beschuldigt.

Diese Betrachtung ist rückblickend nicht verwunderlich, wenn man die Kalkablagerungen in Blutgefäßen mikroskopisch untersucht. Dort findet man neben Kalk auch nadelförmige Cholesterinablagerungen. So gefährlich spitz diese aussehen, konnte man sich eine Verletzung der Blutgefäßwand durch diese Cholesterine gut vorstellen.

Schlafforschern gelang jedoch der Nachweis, das im wesentlichen der nächtliche Sauerstoffmangel bei Schlafatmungsstörungen – insbesondere der Schlafapnoe bei Schnarchern – oftmals Ursache Nummer eins für diese Gefäßverkalkungen ist. Cholesterinablagerungen entstehen nachrangig. Kommt es zu kritischen Engen in den Blutgefäßen von Herz und Hirn, folgen dem nächtlichen Sauerstoffmangel nicht selten Herzinfarkt und Schlaganfall.

Ziel konsequenter schlafmedizinischer Diagnostik und Therapie ist es daher laut Dr. Gabriele Reichert vom ambulanten Schlaflabor an den Diakonie Kliniken Kassel, nächtliche Sauerstoffmangelzustände möglichst frühzeitig zu erkennen und durch geeignete Therapien zu verhindern.

Angenehmer Nebeneffekt: Morgendliche Müdigkeit und Schläfrigkeit sowie körperliche und geistige Leistungsdefizite tagsüber können für die Patienten spürbar gebessert werden. Meist sind es gerade diese Symptome, die Anlass zur Sorge um den eigenen Gesundheitszustand geben. Aber auch wenn bereits nach langjähriger Überlastung des Herzmuskels durch nächtlichen Sauerstoffmangelstress eine Herzschwäche aufgetreten ist, können speziell angepasste und nur nachts anzuwendende Atemhilfen die Herzleistung unterstützen und die Lebensqualität steigern. (nh)

Quelle: HNA

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