Knieverletzungen schonend behandeln

Das menschliche Kniegelenk besitzt zur optimalen Dämpfung, zur besseren Stabilisierung und zur Optimierung des Bewegungsablaufs des Kniegelenkes einen Außen- und einen Innenminiskus. Der Meniskus reduziert den Stress auf die Knorpeloberfläche zwischen 30 und 70 Prozent.

Die Ursachen für Meniskusverletzungen sind unterschiedlich: In der ersten Lebenshälfte überwiegen die sport- und belastungsbedingten Meniskusverletzungen, im höheren Alter überwiegen degenerative Veränderungen. „Rund zwei Drittel aller Verletzungen betreffen den Innenmeniskus“, berichtet Dr. Markus Schramm, Facharzt für Orthopädie, Sportmedizin und Chirotherapie am Kreiskrankenhaus in Rotenburg.

Diagnose und Therapie ohne Knieöffnung

Die Kniegelenksarthroskopie ermöglicht es das gesamte Knie zu untersuchen und ohne Eröffnung des Kniegelenks Veränderungen am Meniskus wie auch an der Knorpeloberfläche, an den Kreuzbändern und an der Gelenkinnenhaut zu behandeln. „Möglich wird das durch eine 2,5 Millimeter starken Optik und ebenso kleinen Instrumenten“, erklärt der Facharzt. Durch ein sehr vorsichtiges Vorgehen während des Eingriffes, einer Schmerztherapie nach der Operation und durch eine orthopädische Nachbehandlung sei die Beeinträchtigung des Patienten sehr gering.

Arthroskopische Meniskusnaht

Ziel der orthopädischen Behandlung ist es, den Meniskus möglichst zu erhalten. Lässt es die Beschaffenheit oder die Rissbildung zu, wird der Meniskus arthroskopisch genäht. Je kleiner der Riss, je geringer die Degeneration, je jünger der Patient und je geringer die Gewichtsbelastung, umso besser sind die Heilungschancen.

Ist die Schädigung oder Rissbildung jedoch zu weit fortgeschritten, sodass eine Nahtbildung nicht mehr möglich ist, wird das erkrankte Meniskusgewebe sparsam entfernt. Damit wird eine deutliche Schmerzreduktion und eine Verbesserung der Belastbarkeit erreicht.

Arthroskopische Kreuzbandoperation

„Der Kreuzbandriss, insbesondere des vorderen Kreuzbandes, ist neben Meniskuserkrankungen die häufigste Verletzung des Kniegelenkes“, weiß Dr. Schramm aus Erfahrung. Die meisten von ihnen entstünden aufgrund eines Verdrehttraumas des Kniegelenks oder eines Abbremsverdrehtraumas. Der Riss des vorderen Kreuzbandes verursacht eine erhebliche Instabilität des Kniegelenkes, die sich bei allen Bewegungen schmerzhaft und hinderlich bemerkbar macht, und auch einen weiteren Verschleiß des Innen- und Außenmeniskus bis hin zu Kniegelenksarthrose zur Folge haben kann.

Es gibt verschiedene Arten, das vordere Kreuzband aus körpereigenen Sehnen zu ersetzen. „Zu den modernsten Verfahren gehört der arthroskopische Ersatz durch die Kniegelenkssehne oder durch eine Sehne der Kniescheibe“, sagt Dr. Schramm. Durch die arthroskopische Operation muss der Gelenkinnenraum nicht geöffnet werden. Es entsteht nur ein winziger Hautschnitt im Bereich der Entnahmestelle. Von dort wird das Transplantat in das Kniegelenk eingeführt und befestigt. Nach der Operation verfügt der Patient wieder über ein stabiles Kreuzband und damit belastbares Kniegelenk. (hko)

Quelle: HNA

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