Klinikum Kassel: Neue Klinik, neuer Chefarzt

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Schnell wieder fit: Patient Winfried Böker wurde wegen einer Verengung der Halsschlagader im Klinikum Kassel von Dr. Joseph Kobba operiert.

Das Klinikum Kassel hat sein Leistungsspektrum ausgebaut: Seit April gibt es eine eigenständige „Klinik für Gefäßchirurgie und endovaskuläre Chirurgie“. Als Direktor hat Dr. Joseph Kobba  angefangen, zuvor leitender Gefäßchirurg am Universitätsklinikum Tübingen.

In der neuen Klinik werden Erkrankungen, Missbildungen und Verletzungen der Arterien und Venen diagnostiziert und behandelt.

Mit der Gründung der gefäßchirurgischen Klinik setze das Klinikum Kassel  den Weg der zunehmenden medizinischen Spezialisierung fort, so Karsten Honsel, GNH-Vorstandsvorsitzender und Klinikum-Geschäftsführer. Zudem gewinne die Gefäßchirurgie durch den demographischen Wandel und den damit einhergehenden Anstieg der Gefäßerkrankungen ständig an Bedeutung. Mit Dr. Kobba sei ein Fachmann mit fast 20-jähriger Erfahrung in der Gefäßchirurgie für das Klinikum als Haus der Maximalversorgung gefunden worden, der sich schon sehr früh der endovaskulären Chirurgie zugewandt habe. Als endovaskuläre Chirurgie werden Verfahren bezeichnet, in denen Gefäße mit Hilfe von Kathetertechnik „von innen heraus“ operiert werden. Diese minimal-invasive Methode bringt für den Patienten eine geringe Belastung mit sich.

Die neue Klinik bietet das gesamte Spektrum der konventionellen offenen sowie minimal-invasiven Gefäßeingriffe an. Dabei besteht eine enge Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen des Klinikums. „Insbesondere die Nähe zur Herzchirurgie ermöglicht es uns, komplexe Eingriffe an der Hauptschlagader, der Aorta, anzubieten, die bisher in Nordhessen noch nicht möglich waren“, so Dr. Kobba.

Als ein wichtiges Standbein der Klinik nennt Dr. Kobba die Behandlung von Erkrankungen der Hauptschlagader beispielsweise bei Gefäßaussackungen, bei Rissen an der Gefäßwand oder bei Verengung/Verschluss eines Gefäßes. Dr. Kobba: „Wir versorgen die gesamte Aorta vom Aortenbogen bis zur Bauchaorta.“

Zweites Standbein seien Operationen an der Carotis (Halsschlagader). Diese sind häufig notwendig, wenn durch eine verengte Carotis ein erhöhtes Schlaganfallrisiko besteht. Dr. Kobba setzt dabei in der Regel auf Eingriffe mit örtlicher Betäubung und bei wachem Zustand des Patienten. „Die Patienten erhalten ein Gummitier in die Hand, das sie auf Zuruf drücken sollen“, erläutert der neue Klinikdirektor. „So prüfen wir während der Operation, ob die Patienten adäquat reagieren, was letztlich die Sicherheit des Eingriffs weiter erhöht.“

Die Bypasschirurgie an Gefäßen der Arme, Beine und Füße nennt der 50-Jährige als weiteren Schwerpunkt. Bei Durchblutungsstörungen der Gliedmaßen - beispielsweise bei der Schaufensterkrankheit oder dem diabetischem Fußsyndrom - geht es darum, die Durchblutung wiederherzustellen, was unter anderem durch Gefäßumleitungen (Bypässe) erfolgen kann. In der Venenchirurgie behandelt das vierköpfige Team um Dr. Kobba Krampfadern, Beingeschwüre und Thrombosen mit modernen Techniken.

Dr. Kobba stammt aus Sierra Leone, hat in der Nähe von Rosenheim (Bayern) sein Abitur abgelegt und anschließend in Marburg Medizin studiert. Nach eineinhalb Jahren in der Urologie am Klinikum Fulda war er von 1996 bis 2008 am Universitätsklinikum Freiburg tätig, wo er die Ausbildungen zum Herzchirurgen und zum Gefäßchirurgen absolvierte. Außerdem darf er die Bezeichnung „endovaskulärer Spezialist“ führen. Es folgten drei Jahre als Oberarzt in der Gefäßchirurgie des Klinikum Karlsruhe, bevor Dr. Kobba 2011 die Leitung des Bereichs Gefäßchirurgie in der Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Tübingen übernahm.

Der neue Klinikdirektor wohnt mit Frau und Tochter bereits in Kassel und freut sich darauf, in nächster Zeit die documenta-Stadt kennenzulernen. (nh)

Quelle: HNA

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