Klettern, Wippen, Beulen

+
Hier lässt es sich gut spielen: Die Anlage im ehemaligen Landesgartenschaugelände in Bad Wildungen hat den Spielplatz- Oscar erhalten.

Mancherorts liegen Zigarettenkippen, Scherben oder Hundekot im Sandkasten, die Wände des Holzspielhauses sind splittrig und die Rutsche rostet vor sich hin. Sicherheitsmängel, die für Kinder schnell zur Gefahr werden können.

Dabei verbringt jeder Knirps gerne seine Zeit auf dem Spielplatz. Kinder trainieren auf den Geräten Schnelligkeit, Koordination und Ausdauer und können Risiken besser abschätzen lernen. Beim Spielen und Toben kann es durchaus mal passieren, dass sie sich Schrammen zuziehen. Das kann passieren: Doch: „Damit es nur dabei bleibt, sollten sich Eltern die Spielplätze im Vorfeld genau ansehen und mangelhafte Geräte und Anlagen meiden“, sagt Helmut Briel, AOK-Chef für den Kreis Waldeck-Frankenberg.

Generell seien die Betreiber von Kinderspielplätzen verpflichtet, die Sicherheit der Anlagen regelmäßig zu kontrollieren - doch nicht alle halten sich daran. „Wenn ein Spielplatz insgesamt sauber und gepflegt aussieht, kann man am ehesten davon ausgehen, dass auch die Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden“, sagt Briel.

Quellen hingegen die Mülleimer über und ist der Sandkasten durch Hundekot verdreckt, sollten Eltern einen kritischen Blick auf die An-lage werfen. Ein sicherer Spielplatz ist von einem mindestens ein Meter hohen Zaun oder einer ebenso hohen Hecke umgeben. Wer für den Spielplatz zuständig ist, sollte auf einem Hinweisschild erkennbar sein.

„Man achte auf die Böden des Spielplatzes. Nur ein gut gedämmter Untergrund kann Stürze abfedern“, erläutert Briel. Am besten sind Sand, Kies oder Rindenmulch, der allerdings nicht faulen darf.

„In Deutschland gilt für Spielplätze grundsätzlich die Aufsichtspflicht der Eltern für alle Kinder bis drei Jahre.“

Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder

Bei synthetischen Bodenbelägen dürfen keine Kanten hoch stehen. Auf einem sorgfältig kontrollierten Spielplatz sind die Geräte mit GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit versehen. Wichtig ist, dass die Oberflächen der Geräte gut erhalten sind und nicht rosten, faulen, Risse oder Splitter aufweisen.

Vorsicht ist außerdem bei scharfen Ecken und Kanten, überstehenden Nägel und weit herausragenden Schrauben geboten. Wippen müssen über eine ausreichende Dämpfung verfügen, damit sie nicht ungebremst auf den Boden aufschlagen.

Erste Hilfe

Verletzungen -- vor allem solche durch Stürze - richtig einzuschätzen, ist für die Eltern nicht leicht. Ein paar grundsätzliche Regeln: Harte Beulen am Kopf sind eher ungefährlich. Bei weichen, schwabbeligen sollte man dagegen sofort zum Arzt gehen, weil der Schädelknochen gebrochen sein könnte. Das gleiche gilt, wenn Kinder ein Arm oder ein Bein nicht mehr bewegen können oder sich irgendwie „seltsam“ verhalten. Auch wenn man unsicher ist, am besten mit dem Kind in eine Kindernotaufnahme gehen. Für akute Notfälle bei schweren Verletzungen gibt es die Notruf-Nummer: 112.

Hintergrund

Mängel unbedingt melden

Wem beim Spielplatz-Rundgang ein Spielgerät wackelig vorkommt oder ist der Sandkasten verschmutzt, dann sollte das umgehend bei der zuständigen Stelle gemeldet werden. Bei öffentlichen Spielplätzen zum Beispiel ist dies die Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Diese sind nicht nur verpflichtet, bei den Spielplätzen alle drei Monate eine Funktionskontrolle sowie einmal im Jahr eine gründliche Inspektion durchzuführen, sondern sie müssen Mängel an Spielgeräten umgehend beheben oder diese sperren. Die meisten Spielplätze sind für Kinder im Alter zwischen drei und zehn Jahren gedacht. Bei kleineren Kindern haben die Eltern die Pflicht, permanent aufzupassen, denn manche Geräte können für Kleinkinder gefährlich sein, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. (may)

Quelle: HNA

Kommentare