Kleine Operation – große Wirkung

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Dr. Christian Lörke demonstriert an einem Schultermodell wie das Arthroskop eingesetzt wird. Links hält er die Kamera und rechts ein chirurgisches Instrument, das durch den Arbeitskanal eingeführt wird.

Viele glauben, dass bei einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) lediglich eine Kamera ins Gelenk eingeführt wird, um nachzusehen, inwieweit es geschädigt ist.

Doch eine Arthroskopie ist eine minimal-invasive Operationsmethode. Sie wird eingesetzt bei entzündlichen Gelenkbeschwerden etwa durch Rheuma, bei Gelenkverschleiß oder bei Gelenk- und Bandverletzungen durch Unfälle.

Mit einer Gelenkspiegelung können Engstellen geweitet, geschädigter Knorpel geglättet, eine entzündete Gelenkinnenhaut entfernt, Schleimbeutel abgesaugt, gerissene Sehnen wieder genäht oder Bänder durch körpereigenes Gewebe ersetzt werden.So funktioniert es

So funktioniert es

Wie eine Gelenkspiegelung genau funktioniert, das erklärt Dr. Christian Lörke, Leitender Oberarzt der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel: „In der Regel reichen zwei Mini-Schnitte. Durch einen Schnitt leite ich die Kamera in das Gelenk ein. Der zweite Schnitt ist der Arbeitskanal, in den verschiedene chirurgische Instrumente eingeführt werden können. Dies kann ein Instrument zum Abtragen von geschädigten Meniskusanteilen sein oder Nahtmaterial, um eine Sehne an der Schulter zu nähen. Die Kamera ist an einen Monitor angeschlossen, so dass der Operateur das OP-Gebiet sehr vergrößert vor sich sieht.“ Bei einer Arthroskopie muss das Gelenk ständig gespült werden, um Knorpelabrieb, abgestorbene Zellen oder Blut aus zum Gelenk zu transportieren. Durch einen Spülkanal, der mit der Kamera verbunden ist, fließt Kochsalzlösung ein. Sie wird über den Arbeitskanal wieder abgesaugt. „Also, ich arbeite sozusagen unter Wasser wie in einem Aquarium“, erklärt Dr. Christian Lörke. „Zur Durchführung einer Arthroskopie wählen wir meist eine Regionalnarkose. Das heißt, das Operationsgebiet wird nur so weit betäubt wie es nötig ist.“

Von Dr. Gisela Heimbach

http://www.vitos-okk.de/

Quelle: HNA

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