Klein, stark und wasserdicht

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Entwickelt: Die neuesten Hörgeräte sind winzig im Vergleich zu ihren Vorgängern. Hier präsentiert Aline Lengemann, Audiotherapeutin der Firma Hess Hören, zwei Modelle.

Schwerhörigkeit betrifft Menschen in höherem Alter. Das trifft zwar in vielen Fällen zu. Allerdings steigt die Zahl der jungen Menschen mit einer Einschränkung des Hörvermögens stetig an, beobachtet Magdalena Haas, Hörgeräteakustikerin bei Hess Hören in Kassel.

Schon Kinder und Jugendliche leiden unter Ohrgeräuschen, und immer mehr Menschen bemerken um das 30. Lebensjahr herum einen spürbaren Verlust des Hörvermögens“, sagt sie. Wenn auch die Verbesserung der Hörleistung im Vordergrund steht, ist die Mehrzahl der Betroffenen an einer ästhetisch ansprechenden Lösung interessiert, sagt die Fachfrau. „Viele Menschen haben immer noch die Vorstellung, dass Hörgeräte groß, klobig und fleischfarben sind“, sagt sie.

Das trifft schon lange nicht mehr zu. Die neueste Generation der Hörgeräte zeichnet sich durch eine Reihe technischer Neuerungen aus. Anders als bei den Vorgängern sind die Lautsprecher aus dem System ausgelagert. Sie haben bisher die Größe des Systems bestimmt: Je ausgeprägter die Schwerhörigkeit war, umso mehr musste verstärkt werden, und umso größer waren die Geräte. Das hatte natürlich auch kosmetische Auswirkungen.

Die Lautsprecher können jetzt im Gehörgang getragen werden. Verstärker und Mikrofon sind unabhängig davon in einem winzigen Gehäuse untergebracht, das fast unsichtbar hinter dem Ohr getragen wird. Wenn stärkere Lautsprecher erforderlich sind, können diese unabhängig vom System ausgetauscht werden.

Die Geräte sind auf vier typische Situationen programmiert, in denen Menschen hören: In einer ruhigen Umgebung, in Situationen mit einem gleichmäßigen Geräuschpegel ohne Gesprächspartner wie beispielsweise im Straßenverkehr, beim Musikhören beziehungsweise beim Fernsehen oder in Gesellschaft in einem Gespräch mit lauter Geräuschkulisse, etwa im Restaurant. Die passende Situation kann der Träger direkt am Gerät oder – unauffälliger – mit einer Fernbedienung einstellen. Ein Hersteller bietet Geräte mit einer automatischen Erkennung der akustischen Bedingungen an.

Sportliche Menschen müssen auf ideale Hörbedingungen nicht verzichten. Die Hörgeräte der jüngsten Generation sind wasserdicht. Ein kleiner flexibler Bügel stützt das System in der Ohrmuschel ab und sorgt für sicheren Sitz. Welche Funktionen ein neues Hörgerät haben sollte, ermittelt der Akustiker im Gespräch mit dem Kunden. Je hochwertiger die Geräte sind, umso mehr Alltagssituationen decken sie ab. Die Krankenkassen tragen einen Teil der Kosten, unabhängig vom Modell. (zip)

http://www.hess-hoeren.de/

Quelle: HNA

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