Kampf gegen Brustkrebs

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Unangenehm, aber sinnvoll: Eine Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust, genannt Mammografie. Das Bild stammt aus einer Praxis in Münster.

Über 2000 Frauen waren bereits da, um ihre Brust röntgen zu lassen. Noch bis 4. Februar steht auf dem Baunataler Europaplatz das Mammobil, eine fahrbare Praxis, die Untersuchungen zur Früherkennung von Brustkrebs anbietet.

Werde ein Karzinom rechtzeitig festgestellt, „sind die Heilungschancen viel, viel größer“, unterstreicht Dr. Claudia Schröder, regionale Leiterin des bundesweiten Screening-Programms. 6600 Frauen aus Baunatal, Schauenburg und Fuldabrück im Alter von 50 bis 69 Jahren wurden per Brief nach Baunatal eingeladen. Seit Anfang November steht dort das Mammografie-Fahrzeug. Wer untersucht wurde, erhält spätestens nach eine Woche, oft aber schon nach zwei Tagen, den Befund. Das sei möglich, sagt Schröder, weil in Kassel jeden Abend zwei Ärzte die digital übermittelten Röntgenbilder auswerten.

Insgesamt, sagt Schröder, kämen in Nordhessen mittlerweile mehr Frauen zu den Untersuchungen. Die Quote sei von 52 auf 60 Prozent gestiegen. Das sei besser, aber noch nicht optimal. Man verfolge das Ziel, 70 Prozent der Frauen zu der Untersuchung zu bewegen. Erfreulich ist aus Sicht der Verantwortlichen, dass 95 Prozent der Frauen, die schonmal am Screening teilgenommen haben, bei der nächsten Aktion wiederkommen.

In der mobilen Praxis wartet man nach der Anmeldungnicht sehr lange, dann geht es in Umkleidekabine und Praxisraum. Die Untersuchung ist zwar unangenehm und verursacht einen leichten Schmerz, aber sie dient einem lebenswichtigen Ziel: Brustkrebs so früh wie möglich bekämpfen.

50- bis 69-Jährige haben einen gesetzlichen Anspruch auf die Untersuchung. Frauen, die nicht angeschrieben wurden oder die den zwei Einladungen bisher nicht folgten, können sich noch kurzfristig anmelden. Alternative ist laut Gesundheitsmanagerin Schröder, sich einen Termin für eine Untersuchung in Kassel geben zu lassen.

22 Monate Abstand

Wer allerdings innerhalb des vergangenen Jahres anderswo eine Mammografie hatte, sollte das dem Screening-Büro mitteilen. Denn zwischen zwei solcher Untersuchungen sollen mindestens 22 Monate liegen.

Der Einladungsbrief enthält einen Terminvorschlag, den man aber per Anruf ändern kann. Wer nach dem ersten Aufruf nicht kam, erhält vier bis sechs Wochen später einen zweiten Brief. Die Untersuchung ist dennoch freiwillig, man kann sie ablehnen oder sich anderswo röntgen lassen.

Etwa zwei Jahre später folgt die nächste Einladung zur Mammografie. Diese ersetze aber nicht die jährliche Untersuchung zur Krebsfrüherkennung beim Frauenarzt, mahnen die beteiligten Mediziner. Laut Schröder werden durch das regionale Screening-Programm pro Jahr 220 Krebstumoren festgestellt.

Von Ingrid Jünemann

Quelle: HNA

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