Alt und Jung: Kinder treffen Senioren

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Ältere Menschen fühlen sich manchmal einsam: Abhilfe können Kooperationen zwischen Altenheimen und Kindertagesstätten schaffen.

Sie basteln zusammen Martinslaternen, Lebkuchenhäuser und Karnevalsmasken. Sie gehen spazieren, singen, spielen Theater und erzählen sich aus ihrem Leben: Kooperationen zwischen Altenheimen und Kindergärten gibt es mittlerweile einige in Deutschland.

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Die Begegnung mit Kindern wecke bei älteren Menschen positive Emotionen, sagt Annette Richert, Ärztin für Gerontopsychiatrie. Viele Bewohner in Senioren- und Pflegeheimen litten unter depressiven Verstimmungen und hätten jegliches Interesse verloren. Durch den Kontakt zu den Kindern ändere sich das. Denn die Kleinen gingen unbefangen auf andere zu und könnten so Mauern überwinden, die viele Senioren um sich herum aufgebaut hätten.

Die Generationen zusammenzubringen, hält auch Kirsten Aner, Professorin und Direktorin des Instituts für Sozialwesen an der Universität Kassel, für eine gute Idee. Alte Menschen und Kinder lebten heute häufig von der jeweils anderen Generation getrennt. Diese Trennung sei ein strukturelles Problem der Gesellschaft.

Eine Kooperation zwischen Seniorenheim und Kindertagesstätte bietet Aner zufolge einen Ausgleich. Senioren und Kindern kann dabei ein Stück Leben gezeigt werden, das sie sonst nicht mehr sehen.

Projekte sollten professionell begleitet werden

Ob eine solche Kooperation aber wirklich für beide Seiten einen Gewinn bringt, hängt stark davon ab, wie intensiv das Projekt betreut und begleitet wird. „Es reicht bei weitem nicht aus, ein Programm für die Treffen von Jung und Alt zu organisieren“, sagt Aner. Die Begegnung sollte im Idealfall umfangreich vor- und nachbereitet werden. Denn die Treffen können bei allen Beteiligten – den Kindern, den Alten, aber auch den Fachkräften – neben Freude und Inspiration auch Emotionen wie Verunsicherung, Angst, Wut und Trauer auslösen. Diese müssten aufgefangen werden. Dafür braucht es Personal, das Zeit hat, gut ausgebildet ist und auf die unterschiedlichen Bedürfnisse eingehen kann. (tmn)

Quelle: HNA

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