Ein implantierter Defibrillator kann retten

Klein und wirkungsvoll: Dr. Alexander Geib zeigt einen implantierbaren Defibrillator und den Sitz am Röntgenbild. Foto: Kirsten Scheimann/nh

Diese lebensbedrohliche Situation kann nur mit einem Stromschlag behandelt werden. Hierzu nutzen Mediziner stromabgebende Defibrillatoren, mit denen in der Regel von außen versucht wird, den Herzkreislauf wieder in Gang zu bringen.

Es ist aber auch möglich, Defibrillatoren in Streichholzschachtelgröße zu implantieren. Dies sollte vor allem bei Patienten mit einer schlechten Pumpfunktion der linken Herzkammer erfolgen. Der automatische implantierbare Defibrillator (ICD) besteht aus zwei Teilen: den Elektroden und dem batteriebetriebenen Aggregat. Eine Elektrode führt in die rechte Herzkammer. Bei Zweikammergeräten führt zusätzlich noch eine Elektrode in den rechten Vorhof.

Der ICD prüft, ob das Herz normal schlägt oder ein gefährliches Herzrasen, eine sogenannte Tachykardie vorliegt. Ist dies so, gibt das Gerät elektrische Impulse ab, um den Rhythmus zu normalisieren. Per Auslesegerät erhält der Arzt wertvolle Informationen über die Art der Herzrhythmusstörungen, um entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können.

Da der implantierte Defibrillator über verschiedene Therapieprogramme verfügt, kann er individuell auf den Patienten eingestellt werden. Arrhythmien können so möglichst sanft beendet werden, ohne dass der Patient diese als Stromschock erlebt. Nur beim lebensgefährlichen Kammerflimmern muss das Gerät einen starken Stromstoß abgeben, um einen Herzkreislaufstillstand zu beenden.

Wird der Herzschlag einmal zu langsam, kann der implantierte Defibrillator wie ein normaler Herzschrittmacher arbeiten und die Herzfrequenz über einen bestimmten Wert anheben. Die Implantation des Gerätes wird meist unter örtlicher Betäubung vorgenommen. Nach der Wundheilung ist der Patient im täglichen Leben nicht beeinträchtigt. Der ICD wird vom Kardiologen alle drei bis sechs Monate auf etwaige Ereignisse hin überprüft. Der implantierte Defibrillator nimmt den Patienten die Angst, bei einer auftretenden Rhythmusstörung hilflos zu sein, und vermittelt ihm ein Gefühl der Sicherheit. (nh)

Quelle: HNA

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