Empfehlung für Mädchen im Alter von zwölf bis 17 Jahren - Arzt: Risiko für Komplikationen gering

Impfung senkt Krebsrisiko

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HPV-Impfung: Sie kann das Risiko für Gebärmutterhalskrebs deutlich reduzieren.

Meine Tochter ist jetzt 14 Jahre alt. Ein Freundin, die eine gleichaltrige Tochter hat, hat diese gegen HPV impfen lassen. Ist die Impfung in diesem Alter zu empfehlen? Welche Risiken gibt es für meine Tochter?“, fragt eine Leserin aus Kassel.

Antworten hat Dr. Hans Urbanczyk, niedergelassener Facharzt für Frauenheilkunde und Gynäkoonkologie im Medizinischen Versorgungszentrum Polymed in Kassel.

HPV steht für humanes Papillomvirus. Laut Urbanczyk gibt es mehr als 140 Untergruppen des Virus. Einige können Feigwarzen im Genitalbereich verursachen, andere können zu Schleimhautveränderungen an den Schamlippen, der Scheide und auch Gebärmutterhalskrebs führen. „Humane Papillomviren werden ausschließlich durch Geschlechtsverkehr übertragen“, sagt der Frauenarzt. Menschen seien über einen längeren Zeitraum Träger der Viren. Bei etwa drei Viertel heilt die Infektion von allein aus.

Zwei Impfstoffe

Seit etwa sechs Jahren gibt es zwei Impfstoffe gegen die HPV-Typen 16 und 18, die Gebärmutterhalskrebs und genitale Warzen auslösen. Einer der Impfstoffe wirkt zusätzlich gegen die Typen 6 und 11, die für etwa 90 Prozent der Genitalwarzen bei Frauen und Männern verantwortlich sind.

„Eine Impfung kann das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen zu erkranken, um 70 bis 80 Prozent senken“, sagt der Gynäkologe. Australische Studien hätten ergeben, dass drei Jahre nach der Impfung beispielsweise Feigwarzen und Schleimhautveränderungen drastisch zurückgegangen seien.

„Ich rate auf jeden Fall zu einer Impfung, möglichst noch vor dem ersten Geschlechtsverkehr“, sagt der Facharzt. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch Institut (Stiko) empfiehlt die HPV-Impfung für alle Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren. Laut Urbanczyk wird die Impfung von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Zurzeit gehe man davon aus, dass der Impfschutz mindestens fünf Jahre anhalte.

Impfrate 35 Prozent

Langzeitergebnisse liegen noch nicht vor. „Es ist nicht auszuschließen, dass im Laufe des Lebens noch einmal nachgeimpft werden muss“, sagt der Frauenarzt. Das Risiko für Impfkomplikationen sei minimal. Dennoch liege die derzeitige Impfrate bei nur etwa 35 Prozent. „Durch die Impfung kann viel Leid von den Jugendlichen abgewendet werden“, sagt er.

Der Impfstoff enthält nach den Angaben Urbanczyks keine lebenden Viren. „Es wird eine Art Virushülle geimpft, kein genetisches Virus-Material“, erklärt er.

Der Impfstoff besteht aus Eiweißstoffen, die der Struktur der Oberfläche der verschiedenen Virustypen entsprechen. Nach der Impfung bildet der Körper Abwehrstoffe, die dann eine spätere Infektion verhindern können. (mkx)

Quelle: HNA

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