Der Hund als Therapeut

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Befehle erteilen: Brav holt Lana eine Tasche und zeigt den Teilnehmern so eine direkte Rückmeldung auf ihre Kommunikation.

Fasziniert beobachten die Bewohner des Stiftsheims Kassel wie Lana, die Pudeldame, ihre Begrüßungsrunde dreht. Neun ältere Damen und ein Herr mit Altersdemenz haben sich zu einer Therapiestunden im gemütlichen Gemeinschaftsraum zusammengefunden.

Lana zieht mit ihrem freundlichen Wesen immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich. Sie wird angelockt, bestaunt und liebevoll gestreichelt.

Therapeutin Eva Haufe stellt heute das Thema Herbst in den Mittelpunkt der Stunde. Nachdem jeder Teilnehmer einzeln begrüßt wurde, stimmt die Runde ein gemeinsames Lied an. Danach ist Lanas Einsatz gefragt. Jeder Teilnehmer wirft der Pudeldame eine kleine Tasche in die Runde und erteilt den Befehl „Lana hol es mir!“. Brav apportiert Lana die Tasche und bekommt dafür ein Leckerli. In der Tasche entdecken die Teilnehmer dann herbstliche Dinge aus der Natur, wie Hagebutten, Kastanien oder Tannenzapfen, deren Farbe und Aussehen benannt und ihre Beschaffenheit befühlt werden. „Spannend“, bemerkt eine Teilnehmerin freudig, „jeder hat etwas Anderes.“ Auch weitere Übungen zielen darauf, den Hund durch Befehle zu aktivieren und verschiedene Sinne anzuregen.

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Seit einem Jahr kommt Eva Haufe mit ihrem Hund in das Stiftsheim und ist selbst ganz begeistert davon, wie schnell der Hund einen Zugang zu den Bewohnern ermöglicht. „Lana kommuniziert auf anderen Kanälen und bekommt so auch Zugang zu Menschen, bei denen manchmal kein Herankommen mehr ist“, erzählt sie. Der große Pudel haart nicht und ist deshalb auch zum Einsatz mit Allergikern geeignet. In ihren Stunden im Stiftsheim achtet sie auf einen wiedererkennbaren Ablauf. Es werden so viele Sinne wie möglich angesprochen. „Dadurch, dass die Bewohner Lana einen Befehl erteilen, wie beim Apportieren, verschaffen Sie sich Gehör und haben eine sofortige Rückmeldung durch den Hund. Das stärkt das Selbstbewusstsein. Außerdem müssen sie sich auf eine klare Gestik oder Sprache konzentrieren, sonst werden sie von Lana nicht verstanden“, sagt die Therapeutin. Das Lächeln auf den Gesichtern der Teilnehmer spricht Bände und zeigt den Erfolg der Sitzungen. (psh)

Quelle: HNA

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