Hüftgelenkprothese – Entscheidung mit Tragweite

Annähernd normale Beweglichkeit: das ermöglicht ein endoprothetischer Hüftgelenkersatz. Foto: Aesculap/nh

Wenn das Hüftgelenk durch Abnutzung, Unfallfolgen oder rheumatische Erkrankung so schwer beschädigt ist, dass Medikamente, Physiotherapie und Gehhilfen die Lebensqualität nicht mehr aufrecht erhalten können, wird dem Betroffenen oft zum künstlichen Hüftgelenkersatz geraten.

Grundsätzlich hat man dabei gute Chancen, ein sehr zufrieden stellendes Ergebnis zu erlangen. Der endoprothetische Hüftgelenkersatz gilt als eines der erfolgreichsten Verfahren in der gesamten operativen Medizin. Sehr häufig wird nach der Operation wieder weitgehende Schmerzfreiheit und annähernd normale Beweglichkeit und Gehfähigkeit erreicht.

Wichtig sind die sorgfältige Ausführung des Eingriffs, die Auswahl der Implantate und nicht zuletzt die Entscheidung für die Art der Prothese: Konventionell, als Kurzschaft oder Kappenprothese. Zementfrei in den Knochen eingepresst, sodass dieser an die Prothese anwachsen kann, oder mit Knochenzement verankert. Wie so oft in der Medizin ist die Empfehlung individuell abzuwägen. Aber gerade bei der Implantatwahl helfen Statistiken von in der Vergangenheit eingesetzten Gelenken.

Schaftmodelle überzeugen mit hoher Haltbarkeit

Die besten Schaftmodelle einzelner Hersteller haben bereits Haltbarkeiten von 96 Prozent nach über 18 Jahren nachgewiesen. Das ist – wenn auch die Pfanne so lang hält – tatsächlich für viele Ältere eine lebenslange Hilfe. Umgekehrt sind unter anderem bei den vermeintlich knochensparenden Kappenprothesen in Statistiken Nach- und Wechseloperationen deutlich häufiger und teils nach wenigen Jahren nötig – dann ist nichts gespart. Das gilt besonders beim Einsatz in zierlichem Knochen bei Frauen. Auch führt diese Art der Hüftprothese zu einem teilweise starken Metallabrieb zwischen Prothesenkopf und -pfanne, der erhebliche Allergien und vorzeitige Lockerungen auslösen kann.

Als Alternative stehen bei geeigneter knöcherner Situation Kurzschaftprothesen zur Verfügung, die sich anders als die Kappenprothesen auch besonders gut minimalinvasiv einsetzen lassen. Ob sie den herkömmlichen Standardschaftprothesen in der Haltbarkeit ebenbürtig sind, bleibt abzuwarten – sie sind noch nicht lange genug im Einsatz. (nh)

Quelle: HNA

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