Mit Hilfe gesund älter werden

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Mobilisieren der Senioren: das Team der "Station Waldeck"

Ältere Menschen sind seit Jahren die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe. Deshalb gewinnt die Frage, wie man möglichst gesund älter werden kann, zunehmend an Bedeutung. Eine wichtige Grundlage dafür sind eine positive Lebenseinstellung, die aktive Teilhabe am Leben und soziale Kontakte.

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All diese Dinge können helfen, älteren Menschen ihre Selbständigkeit und ihre Alltagskompetenz möglichst lange zu erhalten. Nicht jeder schafft das aus eigener Kraft. Die Spezialität der Geriatrie ist die Behandlung der Erkrankungen älterer Menschen in Verbindung mit umfangreicher Rehabilitation. Ziel ist es dabei immer, den oft an mehreren Erkrankungen leidenden Patienten ihre Alltagskompetenz zu erhalten oder wiederherzustellen. Kurz gesagt: Eine Pflegebedürftigkeit zu verhindern.

Daher ist es auch das Ziel der Geriatrie-Station des Korbacher Stadtkrankenhauses, die Patienten wieder fit für den Alltag zu machen. Es ist die einzige Geriatrie-Station des Kreises (siehe Hintergrund)

„Das Durchschnittsalter unserer Patienten liegt bei rund 70 Jahren“, sagt Dr. Arved-Winfried Schneider, Chefarzt der Klinik. Eingewiesen werden die Patienten von Hausärzten, anderen Kliniken oder hausintern von anderen Stationen.

„Die Idee zur Etablierung dieser Station ist schon zehn Jahre alt. Es war eine lange Anlaufzeit bis zur Umsetzung“, weiß die stellvertretende Stationsleiterin Irmgard Rettig. Die Patienten kommen aus dem gesamten Landkreis und oft auch aus dem Raum Medebach. Durchschnittlich drei Wochen bleiben sie auf der Station. „Viele von ihnen sind chirurgische, internistische und anderweitig erkrankte Menschen, die zur Stabilisierung im hohen Lebensalter zu uns kommen“, erklärt Chefarzt Dr. Schneider.

Die spezialisierte Rehabilitationstherapie hat zum Ziel, die Patienten zu mobilisieren. „Wir arbeiten in einem großen Team“, sagt Oberärztin Katarina Baotic-Meyer. Parallel werden Brüche und Erkrankungen behandelt und gleichzeitig die Mobilisation der Patienten vorangetrieben. „Wir können auf dieser Station den Vorteil der akutdiagnostischen Disziplinen einer Akutklinik nutzen“, sagt Dr. Schneider. Die gesamte Palette diagnostischer Möglichkeiten vom Röntgen über Ultraschalluntersuchungen bis hin zur Computertomographie sind im Haus vorhanden.

Viele der Patienten haben Mehrfacherkrankungen (multimorbide), was eine Vielzahl an Gebrechen oder Erkrankungen beim einzelnen Patienten bedeutet. „Deshalb müssen wir immer an vielen Fronten gleichzeitig kämpfen.“

20 Prozent der Patienten auf der „Station Waldeck“ sind dement. Die Einbeziehung der Angehörigen insbesondere für die Zeit nach dem stationären Aufenthalt sei daher besonders wichtig. So beraten die Sozialarbeiter des Stadtkrankenhauses Angehörige und Betroffene gleichermaßen über Pflegestufen, Hilfsmittel und eine eventuelle Unterbringung in der Kurzzeit- oder Dauerpflege. Einmal wöchentlich findet eine ausführliche Besprechung mit dem gesamten Team statt, dem neben den Ärzten auch die Pflege, Ergo- und Physiotherapeuten angehören. Jeder einzelne Patient wird besprochen und ein individueller Therapieplan erstellt.

Von Gaby Vich

Quelle: HNA

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