Wenn die Nase allergisch reagiert

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Dr. Kuhlemann rät zur frühzeitigen Behandlung von allergischen Nasenerkrankungen: Durch eine kombinierte Therapie von Allergenkarenz, medikamentöser Behandlung und spezifischer Immuntherapie können Beschwerden deutlich gemindert werden.

Jeder kennt ihn, jeder verwendet ihn: den Begriff Heuschnupfen. Gerade jetzt im Frühling leiden wieder zahlreiche Mitmenschen, vor allem immer mehr Kinder und Jugendliche, unter Augenjucken, geschwollener Nase und einer Vielzahl weiterer Symptome.

Anstieg der Allergien

Die Häufigkeit der allergischen Rhinitiden (Schnupfen) ist in den letzten Jahren massiv angestiegen. Die Ursachen der Erkrankung sind vielseitig: Neben der persönlichen Veranlagung werden auch eine Zunahme der Hygiene sowie eine Steigerung der Aggressivität von Allergenen und veränderte Lebensgewohnheiten dafür verantwortlich gemacht.

Den allergischen Schnupfen unterteilt man in zwei Gruppen: Es gibt den durch Baum-, Gräser- oder Kräuterpollen ausgelösten allergischen Schnupfen zur Pollenzeit und den allergischen Schnupfen durch andere Stoffe wie Hausstaub, Milben und Schimmelpilze, der das ganze Jahr auftreten kann.

Vorsicht: Kreuzallergien

Darüber hinaus können Tierhaare, Medikamente und Nahrungsmittel im Sinne von „Kreuzallergien“ Auslöser sein. Ein Beispiel: Wer auf frühblühende Bäume allergisch reagiert, bekommt häufig auch durch Äpfel, Birnen, Kirschen oder Pfirsiche Beschwerden.

Entsprechend wichtig ist somit die genaue Anamnese (wann kommt es zu Beschwerden?) sowie die Diagnostik. Bei Erwachsenen sind Allergietests (Pricktest und Scratch-Test, sowie Provokationstest) und bei Kindern auch die Blutentnahme mit einer Blutbestimmung (IgE) sinnvoll. Das Immunglobulin E vermittelt diese Erkrankung des atopischen Formenkreises mit der daraus resultierenden Ausschüttung von Histaminen, welche zu einer massiven Schwellung der Nasenmuscheln und der Nasenschleimhaut führen kann.

Durch die nasale Problematik kann es darüber hinaus zu einer Verstärkung der ohnehin bestehenden Augensymptomatik kommen und weiterhin kommt es unbehandelt leider bei einem Großteil der Patienten auch zu einer asthmatischen Symptomatik.

Therapiemöglichkeiten

Die Behandlung der allergischen Rhinitis besteht aus drei Säulen:

  • Allergenkarenz
  • Pharmakotherapie
  • Spezifische Immuntherapie

Bei einer Tierhaarallergie ist die Allergenkarenz, also Verhaltensweisen oder Maßnahmen durch die man den Kontakt teilweise oder vollständig vermeidet, die am geeignetste Therapiemöglichkeit.

Bei einer Hausstaubmilben-allergie wird eine Sanierung des Bettes, beispielsweise mit geeigneten Encasing-Bezügen, eine häufigere Reinigung und Lüftung des Schlafraumes zum Erfolg führen.

Langsame Gewöhnung an das Allergen

Eine frühzeitige Hyposensibilisierung (SIT) führt in vielen Fällen zu einem spürbaren Behandlungserfolg. Diese sollte allerdings so früh wie möglich begonnen werden und dauert bei Gräserpollen oder Hausstaubmilbenallergikern etwa drei Jahre. Der Körper wird langsam an das Allergen gewöhnt und die massiven allergischen Beschwerden gehen zurück. Gerade die Spezifische Immuntherapie (SIT) beugt dem Bronchialasthma vor.

Die medikamentöse Behandlung wird heutzutage mit modernen kortisonhaltigen Nasensprays durchgeführt, welche so gut wie keine Nebenwirkungen haben. Falls diese nicht ausreichen sollten, ergänzen zusätzlich Antihistaminika in Tablettenform die Behandlung.

„Bei massiven nasalen Beschwerden hilft eine Operation, nicht nur zur Entfernung etwaiger Polypen, sondern beispielsweise auch zur Verkleinerung der Nasenmuscheln“, so Dr. Kuhlemann, der auch Belegarzt im Roten Kreuz-Krankenhaus in Kassel ist. „Diese können nicht mehr so massiv anschwellen. Oftmals kann dadurch eine medikamentöse Begleittherapie in ihrer Dosis reduziert werden.“

Kombinierte Therapien

Eine frühzeitige Behandlung allergischer Beschwerden durch eine kombinierte Therapie von Allergenkarenz, medikamentöser Behandlung und spezifischer Immuntherapie bietet eine wirksame Möglichkeit, eine weitere Verschlechterung der Lebensqualität zu verhindern. Gefährliche Folgeerkrankungen wie Sinusitis, Asthma, erhebliche Schlafstörungen und besonders bei Kindern die Einschränkungen der Lernfähigkeit können so erfolgreich vermieden werden. (pha)

www.kuhlemann.de

Quelle: HNA

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