Haltung bewahren: Den Arbeitsplatz richtig einrichten (1)

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Um Rückenproblemen vorzubeugen, sollten Menschen, die viel am Schreibtisch sitzen, ihren Arbeitsplatz richtig einrichten. Was dabei zu beachten ist, wissen Markus Endert und Kathrin Tepel. Beide sind Inhaber der physiotherpeutischen Praxis Physio Fit Kassel im Medikum und betreuen den KSV Hessen Kassel.

Falsch: Eine krumme Haltung am Schreibtisch fördert Rücken- und Schulterprobleme.

In dem ersten Teil der Serie „Haltung bewahren“ auf HNA.de/gesundheit geben die Physiotherapeuten Hilfestellungen, wie man Rückenproblemen am Schreibtisch vorbeugen kann. Es kommt es immer wieder vor, dass sich die Menschen am Schreibtisch eine falsche Haltung angewöhnen und Probleme mit Rücken oder Schultern bekommen. Die meisten Menschen benutzen Ihren Körper unbewusst, sie bemerken also gar nicht, dass sie schief und krumm vor dem Schreibtisch sitzen. Zwar können Ausgleichsport oder Dehnungsübungen helfen, um akute Probleme zu mildern oder zu beseitigen. Aber solange die Gewohnheiten nicht bewusst auf eine gesunde Haltung umgestellt werden, werden die Probleme immer wieder auftreten.

So machen Sie es richtig

  1. Wichtig ist, dass man die eigenen Gewohnheiten beobachtet und sich neue Verhaltensgewohnheiten zulegt.
  2. Man sollte sich immer wieder daran erinnern, auf die Haltung zu achten und in einem Großraumbüro auch ruhig darüber sprechen.

  3. So können sich Kollegen gegenseitig korrigieren, wenn man versehentlich wieder die alte und falsche Haltung eingenommen hat.

  4. Am Schreibtisch ist es besonders wichtig, dass der PC gerade vor dem Benutzer steht.

  5. Um eine einseitige Belastung zu vermeiden, sollte man ab und zu die Position der Maus variieren, dass heißt, Linkshänder sollten versuchen die Maus mal mit rechts zu bedienen und umgekehrt. „Die Arbeit mit der Maus dauert dann vielleicht zwei Minuten länger, beugt aber Verspannungen vor“, sagt Markus Endert.

  6. Man sollte immer wieder die Belastungskette aufbrechen, um einseitige Belastungen zu vermeiden. Einen guten Tipp hat der Physiotherapeut für das Telefonieren: „Man sollte sich angewöhnen, im Stehen zu telefonieren. Das ist eine gute Abwechslung, die leicht umzusetzen ist.“

  7. Was es auf jeden Fall zu vermeiden gilt ist, den Telefonhörer zwischen Schulter und Ohr zu klemmen, denn dabei sind Nackenprobleme vorprogrammiert. Muskuläre Verspannungen im Nackenbereich können auch Kopfschmerzen verursachen. „Besonders häufig treten diese bei Menschen auf, die im Büro arbeiten, da sie eine sehr einseitige Sitzbelastung haben“, sagt Markus Endert.

  8. Generell gilt: Konstante Positionen über einen langen Zeitraum hinweg mag der Körper nicht. Deshalb ist es wichtig, die Belastung regelmäßig zu ändern. Man sollte immer wieder aus dem Statischen heraus und in die Dynamik herein kommen.

  9. So könne man sich etwa ein Stehpult einrichten, um dort Lesearbeiten durchzuführen, und aufstehen, um zum Drucker zu gehen, anstatt den Arm besonders lang zu strecken, um an den gewünschten Ausdruck zu kommen.

  10.   Besonders wichtig ist am Schreibtisch die Sitzposition. Hierzu muss der Stuhl richtig eingestellt sein: Sitzt man auf dem Sachreibtischstuhl - beide Füße sind auf den Boden gestellt - sollten die Hüftknochen etwas höher sein als die Knie. Die Beine dabei nicht überschlagen! Zum einen kann das Blut in übereinander geschlagenen Beinen nicht optimal zirkulieren, zum andern werden Sehnen, Bänder und Nerven gequetscht. Die Folgen: Taubheitsgefühl, eingeschlafene Beine und Füße und eine schiefe Beckenstellung, die sich negativ auf den Rücken auswirkt.

  11.   Wenn man die Unterarme am Schreibtisch ablegt, soll ein rechter Winkel entstehen. Auf keinen Fall sollen die Unterarme so abgeknickt werden, dass sie nicht bequem auf der Tischplatte liegen können. Die Schultern sollen in dieser Position locker und tief hängen können. Muss man die Schultern hochziehen, um die Tastatur zu bedienen, wird das langfristig zu schmerzhaften Schulterverspannungen führen.

  12.   Wichtig ist vor allem eine gerade Sitzhaltung auf dem Bürostuhl: Das heißt: nicht im oberen Rücken abknicken - buckeln - sondern die Wirbelsäule möglichst gerade halten. „Wenn man merkt, dass es einem schwer fällt die Haltung den ganzen Tag über bewusst zu kontrollieren, kann man sich einen Zettel an den Monitor heften, der das Bewusstheit unterstützt“, sagt Kathrin Tepel.

Fortsetzung folgt

Welche Übungen zur Entlastung der Muskulatur dienen, wenn man viel im Sitzen arbeitet, dass lesen Sie im nächsten Teil unserer Serie "Haltung bewahren".

Von Gwendolyn Persch

Quelle: HNA

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