Geistig fit bleiben – nicht vergessen

Dr. Christiane Schneider

Nicht jeder, der ab und zu mal seinen Schlüssel verlegt, leidet gleich unter Alzheimer. Hin und wieder vergesslich zu sein, sei noch kein Grund zur Beunruhigung, sagt Dr. Christiane Schneider, Ärztin für Neurologie und Psychiatrie, Oberärztin an der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel.

Das Zentrum für Parkinson-Syndrome und Bewegungsstörungen konzentriert sich auf Patienten mit neurologischen Erkrankungen.

Sollten jedoch über einen längeren Zeitraum Störungen des Kurzzeitgedächtnisses auftreten oder gar Orientierungsschwierigkeiten beziehungsweise Probleme im Alltag, empfiehlt Dr. Schneider, einen Arzt aufsuchen, um abzuklären, ob es sich dabei eventuell um Symptome der Alzheimer-Krankheit handeln könnte.

Oberbegriff Demenz

„Die Alzheimer-Krankheit fällt unter den Oberbegriff Demenz. Es gibt unterschiedliche Formen der Demenz, eine davon ist die Demenz vom Typ Alzheimer“, erläutert Dr. Schneider. „Dabei handelt es sich um eine chronisch-fortschreitende Erkrankung, die mit kognitiven Beeinträchtigungen einhergeht“, so Dr. Schneider. Zu Beginn der Erkrankung sei das Kurzzeitgedächtnis betroffen, dann die Erfassung neuer Informationen. Zudem nehme im Verlauf der unaufhaltsamen Krankheit unter anderem auch das Sprachverständnis ab.

„Die Fassade des Patienten ist anfangs noch relativ gut erhalten – Angehörigen fallen die Anzeichen oft nicht auf. Mit der Zeit verstärken sich die Symptome. Die Demenz vom Typ Alzheimer verläuft meist über Jahre hinweg schleichend“, sagt Dr. Schneider. Oftmals bemerkten die Betroffenen selbst, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Davon beunruhigt, isolierten sich viele Patienten zunehmend von ihrem Umfeld.

Zwei Formen der Erkrankung

Im Allgemeinen unterscheidet man laut Dr. Schneider zwei Formen der Erkrankung: die Alzheimer-Demenz mit frühem Beginn im Alter von etwa 55 bis 65, die häufig erblich bedingt sei, während die andere Variante erst später und dann auch eher spontan auftrete.

Lautet die Diagnose – nach ausführlicher medizinischer Untersuchung – tatsächlich Alzheimer, gebe es verschiedene Therapiemöglichkeiten wie zum Beispiel in Form von Medikamenten, die den Krankheitsverlauf zwar nicht stoppen, jedoch zumindest verzögern könnten. „Wer vorbeugen möchte, muss nicht unbedingt Sudokus oder Kreuzworträtsel lösen. Gedächtnistraining schadet zwar nicht, effektiver ist jedoch der soziale Austausch mit anderen Menschen, um geistig fit zu bleiben“, rät Dr. Schneider.

Unterstützung für Angehörige leisten die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft und Selbsthilfegruppen.

Von Sarah Rogge-Richter

Quelle: HNA

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