Gebündelte Kompetenz

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Chefarzt Dr. Andreas Böger freut sich mit seinem Team über das fünfjährige Bestehen der Klinik für Schmerzmedizin am RKH Kassel.

Bereits seit 2010 besteht die Klinik für Schmerzmedizin am Roten Kreuz Krankenhaus  (RKH) Kassel unter Leitung von Dr. Andreas Böger. Er und sein Team können somit auf 5 erfolgreiche Jahre zurückblicken: Erfahrene ärztliche Schmerztherapeuten verschiedener Fachrichtungen, Physiotherapeuten, Osteopathen und Psychologen arbeiten hier eng zusammen.

„Unsere Schmerzklinik gehört mit 40 stationären Behandlungsplätzen und einer leistungsfähigen Schmerzambulanz zu den großen Schmerzzentren Deutschlands und ist von der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin als Schmerzzentrum-Kassel zertifiziert. In den letzten Jahren haben wir uns kontinuierlich weiterentwickelt, neue Therapien etabliert, die fachliche Weiterbildung des Teams verstärkt sowie die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten ausgebaut und – die Patientenzahlen geben uns recht“, so Dr. Böger. Er behandelt erfolgreich und nachhaltig Patienten mit chronischen Schmerzen, u.a. Migräne, Kopf-, Nerven- und verstärkt mit Rückenschmerzen. Hier kommt ihm seine Zusatzausbildung Manuelle Medizin und Osteopathie sehr zugute.

Therapiemöglichkeiten 

Je nach Schmerzart kommen verschiedene Therapieansätze im RKH Kassel in Frage. „Wir setzen sowohl auf medikamentöse aber auch verstärkt auf nicht-medikamentöse Verfahren“, erklärt Dr. Böger. „Neben Medikamenten sind Sport, Physiotherapie, Manuelle Medizin und Osteopathie sowie Muskelentspannung Teil einer erfolgreichen Behandlung. Zusätzlich werden Biofeedback und Akupunktur angeboten. Für die Patienten stellen die Beschwerden oft eine große Belastung dar. Daher gehen wir auf alle krankheitsverstärkenden Faktoren ein, egal ob sie körperlicher oder seelischer Natur sind“, erklärt der Experte. Schwer betroffene Kopfschmerzpatienten werden im interdisziplinären Kopfschmerzzentrum Nordhessen gemeinsam mit dem Chefarzt der Klinik für Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie am RKH, Prof. Hendrik Terheyden, erfolgreich therapiert.

Multimodale Schmerztherapie 

Eine zielführende Schmerztherapie ruht auf drei Säulen: der gleichzeitigen intensiven ärztlichen, physiotherapeutischen und psychologischen Behandlung. Die Schmerzexperten nennen dies auch „multimodale Therapie“. Sie berücksichtigt körperliche Ursachen, wie zum Beispiel Verletzungen, Operationen, altersbedingten Verschleiß, Entzündungen oder Fehlbelastungen am Arbeitsplatz, aber zusätzlich auch psychische Faktoren wie Konflikte in der Familie oder im Beruf. Beim Kasseler Modell der Multimodalen Schmerztherapie gibt es keine Standardbehandlungen. Vielmehr erstellen die Schmerztherapeuten mit dem Patienten gemeinsam ein individuelles Konzept, das Module der Schul- und der Komplementärmedizin vereint.

Vorsichtiger Umgang mit Schmerzmedikamenten 

Viele Schmerzpatienten greifen häufig zu Schmerzmitteln, die in der Apotheke frei erhältlich sind. Das ist auf Dauer der falsche Weg, weiß Dr. Böger: „Schmerzmittel können eine fehlende oder falsche Schmerzbehandlung nicht kompensieren. Nimmt man an mehr als zehn Tagen im Monat Schmerzmittel, spricht man von einem Übergebrauch, bei dem sich die Schmerzen sogar noch verschlimmern können. Man befindet sich somit in einem Teufelskreis.“ Wer effektiv gegen seine Kopfschmerzen vorgehen möchte, sollte einen Experten aufsuchen und sich auch von den oft langen Wartezeiten nicht abschrecken lassen.

Tipp vom Experten 

Die Wartezeiten bis zum ersten Termin sind vor allem bei Schmerztherapeuten und in Schmerzzentren oft lang, da der Andrang sehr groß ist. Diese Zeit sollte sinnvoll genutzt werden, indem ein Kopfschmerztagebuch geführt wird und die Unterlagen über Vorbehandlungen zusammengestellt werden. Dadurch tragen Patienten aktiv zu einer erfolgreichen Diagnose und Therapie bei.

Ein guter Arzt:

  • nimmt sich Zeit, hört zu und untersucht gründlich
  • verschreibt ein Medikament erst nach einem ausführlichen Gespräch
  • ist bestenfalls Neurologe oder zertifizierter Schmerztherapeut
  • bietet psychologische Unterstützung
  • setzt auf Sport und Bewegung
  • betreut die Patienten langfristig (nh)

Quelle: HNA

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