Früherkennung rettet Leben

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Der Lebensstil ist entscheidend: Eine gesunde und ausgewogene Mischkost in Verbindung mit regelmäßiger Bewegung verringert das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken deutlich. Darmkrebs ist effektiv vermeidbar.

Obwohl Darmkrebs zu den am besten erforschten Krebsarten zählt, sterben etwa 26 000 Patienten pro Jahr an den Folgen der Erkrankung. Diese hohe Zahl könnte durch eine konsequente Nutzung einer Vorsorge-Darmspiegelung drastisch gesenkt werden.

„Eine immer ungesündere, hochkalorische Ernährung sowie der zunehmende inaktive Lebensstil werden weltweit zu einer noch höheren Betroffenenzahl führen und das kurz- bis mittelfristig“, sagt Prof. Dr. Christian Löser, Chefarzt der Medizinischen Klinik am Roten Kreuz Krankenhaus Kassel. Der erfahrene Gastroenterologe beriet Leser in der jüngsten Gesundheits-Telefonsprechstunde zum Thema Darmkrebs.

Ich bin weiblich, 68 Jahre alt und habe bereits seit dem Jahr 1998 immer mal wieder Blut im Stuhl. Im April vergangenen Jahres wurde bei mir eine Magen- und Darmspiegelung vorgenommen, bei der keine Polypen festgestellt wurden. Seit Februar dieses Jahres habe ich vermehrt wieder hellrotes Blut im Stuhl festgestellt, begleitet von einem unangenehmen heißen Gefühl im Bauch. Muss ich mir Sorgen machen?  

PROF. CHRISTIAN LÖSER: Blutungen im Darm haben verschiedene Ursachen und sind überwiegend ungefährlich, müssen aber auf jeden Fall abgeklärt werden. Während einer vollständigen Spiegelung können die häufigsten Ursachen zuverlässig diagnostiziert werden. Dass bei Ihnen eine Krebserkrankung der Grund für die Blutungen ist, halte ich für unwahrscheinlich, da man dies bei der Untersuchung gesehen hätte.

Ein Grund für die Blutungen können auch sich im Darmausgang befindende Hämorrhoiden sein. Dafür spricht die hellrote Färbung des Blutes, die Sie beschrieben haben. Unter dem Verdacht auf eine Hämorrhoidalblutung sollten Sie einen Enddarmspezialisten, einen Proktologen, aufsuchen, der mithilfe einer wenig aufwändigen Enddarmspiegelung Blutungsursachen in diesem Bereich diagnostizieren kann.

Ich bin weiblich, 76 Jahre alt und leide seit vielen Jahren an der chronischen Darmerkrankung Colitis ulcerosa. Gegen die häufig auftretenden Blutungen nehme ich Kortison ein. Besteht bei mir ein höheres Risiko, an Darmkrebs zu erkranken? Gibt es eine spezielle Diät, mit der ich vorsorgen kann?   

PROF. LÖSER: Unter einer Colitis ulcerosa versteht man eine geschwürbildende Darmentzündung. Bei Colitis-ulcerosa-Patienten ist das Tumorrisiko im Dickdarm erhöht und eine regelmäßige Vorsorge unbe- dingt anzuraten. Ab dem achten Jahr nach der Diagnose Colitis ulcerosa sollte der Dickdarm in ein- bis zweijährigen Abständen gespiegelt werden.

Kortison ist während der akuten Therapie wichtig, sollte aber nur im akuten Schub zum Einsatz kommen. Auf lange Sicht sollte mithilfe einer Antikörpertherapie oder etablierten immunmodulierenden Medikamenten die Einnahme von Kortison vermieden werden. Eine spezifische Diät gibt es nicht. Sie sollten jedoch auf eine gesunde Mischkost achten, mit frischem Obst und Gemüse und Vollkornprodukten – wenn Sie es subjektiv vertragen.

Ich bin männlich und leide seit längerer Zeit unter Darmproblemen. Ich habe das Gefühl, dass ich Luft im Bauch habe und kaum Stuhlgang. Wenn ich Abführmittel nehme, bekomme ich umgehend Durchfall. Da ich die Symptome als sehr unangenehm empfinde, habe ich eine Darmspiegelung machen lassen, bei der jedoch keine organische Ursache festgestellt wurde. Was kann ich tun? 

PROF. LÖSER: Zunächst können Sie beruhigt sein. Ihre Beschwerden wie Blähungen und Verstopfungen sprechen für ein Reizdarmsyndrom Mithilfe der Spiegelung konnten organische Ursachen wie Entzündungen oder Krebs ausgeschlossen werden. Vermutlich liegt bei Ihnen eine funktionelle Störung vor.

Um Ihre Beschwerden abzuklären, sollten Sie ein Ernährungsprotokoll führen. Oft liegen Unverträglichkeiten, zum Beispiel von Milch- oder Fruchtzucker, vor. Gegen das Reizdarmsyndrom gibt es etablierte Behandlungsmethoden, die individuell für jeden Patienten eingestellt werden.

Von Sandra Köhler

Quelle: HNA

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