Natürlicher Volumenaufbau für Gesicht und Körper durch Filler

Mit Fett gegen Falten und Co.

Die Behandlung der weiblichen Brust mit Eigenfett führt zu einem natürlich schönen Ergebnis. Fotos: RKH/nh

Fettzellen verursachen nicht nur unliebsame Pfunde an Bauch und Hüfte. In der plastischen, rekonstruktiven und ästhetischen Chirurgie erfreuen sich die Zellen wachsender Beliebtheit. „Fett ist eine natürliche Substanz des Körpers. Deswegen eignet es sich optimal, um natürlich und risikoarm Volumen in Gesicht oder Körper wieder aufzubauen“, erläutert Professor Dr. Ernst Magnus Noah, Leiter der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie des Roten Kreuz Krankenhauses in Kassel (RKH).

Menschliche Fettzellen besitzen eine Größe von circa 0,1 Millimetern und verbinden sich über netzartige Strukturen mit ihren Nachbarzellen zu Fettgewebe. Man unterscheidet zwei Arten dieses Gewebes mit unterschiedlichen Funktionen. „Das braune Gewebe kommt im Körper selten vor. Es produziert Energie und schützt so vor Kälte. Das weiße Fettgewebe, das ich für den Eingriff verwende, speichert das Fett und polstert so das Gewebe auf“, erklärt Noah.

Ziel: Die Haut wirkt glatter

Genau diesen Mechanismus macht sich die plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie zunutze. „Injiziere ich Fettzellen unter die Haut, wird diese von innen aufgefüllt und sichtlich glatter. Dieser Effekt eignet sich beispielsweise, um eine tiefe Nasolabialfalte auszugleichen. Für feinere Falten um Augen und Mund empfehle ich andere Füllsubstanzen wie Hyaluronsäure“, erklärt der Experte.

Mit zunehmendem Alter verringert sich das Unterhautfettgewebe, und die Elastizität der Haut lässt nach. Die Folgen: Falten und eingefallene Gesichtspartien. Da es sich bei Eigenfett um eine körpereigene Füllsubstanz handelt, besitzt die Methode wesentliche Vorteile: Es besteht kein Abstoßungs- oder Allergierisiko, und der Effekt hält über einen langen Zeitraum an. Durch die Injektion entsteht darüber hinaus nur ein kleiner Einstich. So bleiben die postoperativen Schmerzen gering, und der Patient ist schnell wieder arbeits- und gesellschaftsfähig.

Für die Eigenfettinjektion entnimmt Noah geringe Mengen des Fettgewebes aus Oberschenkel oder Gesäß und injiziert es gezielt in die zu behandelnde Stelle. Die Methode wendet Noah auch an, wenn es darum geht, den Volumenverlust durch unschöne Narben zu beheben.

Einsatzgebiet Brust

Die Behandlung der weiblichen Brust stellt ein weiteres, wenn auch wesentlich aufwändigeres Einsatzgebiet für eine Eigenfett-Transplantation dar. Nicht nur Brustkrebspatientinnen profitieren davon, sondern auch Frauen mit unterschiedlich großen Brüsten oder erschlaffter Brust nach Schwangerschaft oder Stillzeit. „Da körpereigenes Gewebe injiziert wird, gelangen wir mit dieser Methode zu einem sehr natürlichen Ergebnis“, so der Fachmann.

Neue Liposuktionsmethoden ermöglichen eine schonende Entnahme von Fettzellen. Hier löst der Experte beispielsweise durch einen Wasserstrahl gezielt Fettzellen aus dem Gewebe. Diese werden aufbereitet und im Anschluss durch eine spezielle Spritztechnik in die Brust injiziert. „Das erfordert umfangreiche Erfahrung und Gefühl. Ich rate deswegen allen Interessierten, den Eingriff nur von einem Spezialisten durchführen zu lassen“, stellt Noah abschließend klar. (nh)

Quelle: HNA

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