Experten setzen auf Beratung und Bestrahlung

Neueste Gerätschaften: Ein Bestrahlungsgerät wie dieses wird im Medizinischen Versorgungszentrum (ZMV) des Kasseler Klinikums eingesetzt. Foto: dpa

Zur Standardtherapie bei Brustkrebs (Mammakarzinom) gehört seit mehr als 80 Jahren die Strahlentherapie nach der Operation. Ziel dieser Behandlung ist es, durch den Einsatz ionisierender Strahlen eventuell lokal verbliebene Tumorzellen zu zerstören und so ein Wiederauftreten des Brustkrebses zu verhindern.

Beim Mammakarzinom ist diese postoperative Strahlentherapie nach einer brusterhaltenden Operation immer notwendig. Nach einer Brustamputation oder beim Auftreten von Metastasen oder einem Krankheitsrückfall kann aber auch die Strahlentherapie angezeigt sein.

Sie beginnt in der Regel nachdem die Wunde abgeheilt ist, also etwa vier Wochen nach der Operation. Sollte eine Chemotherapie nötig sein, setzt die Strahlentherapie erst danach ein. Mit der modernen dreidimensionalen Bestrahlungsplanung ist es heute möglich, in der Zielregion die gewünschte Strahlendosis zu erzielen und gleichzeitig das umliegende gesunde Gewebe bestmöglich zu schonen. Dazu ist eine Computertomographie in der Position nötig, in der auch die Bestrahlung erfolgen soll, beispielsweise am PET-CT im Zentrum für Medizinische Versorgung (ZMV) am Klinikum Kassel.

Diese Daten werden dann an den Fachbereich Strahlentherapie übertragen, wo die Fachärzte für Radioonkologie das zu bestrahlende Areal und die notwendige Dosis festlegen und gemeinsam mit den Medizinphysikern die Bestrahlungstechnik berechnen.

So verläuft die Therapie

Die Bestrahlung sollte ohne Unterbrechungen fünfmal pro Woche erfolgen. Aus diesem Grund muss jede Strahlentherapie über Ausweichkonzepte im Falle technischer Probleme verfügen. Im Fachbereich Strahlentherapie des ZMV stehen deshalb zwei baugleiche Linearbeschleuniger zur Verfügung.

Damit tatsächlich nur das gewünschte Gebiet bestrahlt wird, markieren die Ärzte die Bestrahlungsfelder auf der Körperoberfläche der Patientin. Die Bestrahlung erfolgt dann am Folgetag in einem speziell abgeschirmten Raum, sie ist absolut schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Für diesen kurzen Moment darf die Patientin sich allerdings nicht bewegen, um die Präzision der Bestrahlung zu gewährleisten. Unabhängig von den ausführlichen Aufklärungsgesprächen zu Beginn und zum Abschluss der Therapie steht den Patientinnen bei Fragen oder Nebenwirkungen jederzeit einer der Fachärzte zur Verfügung.

Die Nebenwirkungen

Aufgrund der modernen Bestrahlungsplanung ist insbesondere die postoperative Strahlentherapie bei Brustkrebs sehr gut verträglich und beeinträchtigt das Allgemeinbefinden bis auf eine leichte Müdigkeit wenig. Insbesondere Übelkeit ist laut den Ärzten des ZMV nicht zu erwarten.

In den letzten zwei Therapiewochen kann es zu Hautreizungen sowie Schwellung und Spannungsgefühl der Brust kommen, die jedoch unter entsprechender Therapie rasch wieder abklingen. Bleibende Schäden oder Spätreaktionen wie lokale Dunklerfärbungen der Haut oder Verhärtungen der Brust treten nur noch sehr selten auf. (nh)

Quelle: HNA

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