RKH erhält als erstes Krankenhaus in Nordhessen Diabetes-Qualitätszertifikat

Nach dem begehrten KTQ-Gütesiegel erhält das Rote Kreuz Krankenhaus Kassel (RKH) nun als erstes Krankenhaus Nordhessens auch das QMKD-Zertifikat des Bundesverbandes Klinischer Diabetes-Einrichtungen e.V. (BVKD). Das QMKD-Gütesiegel (Qualitätsmanagement Klinischer Diabeteseinrichtungen) bestätigt das hervorragende Diabetes-Qualitätsmanagement des Krankenhauses.

„Die Diabetologie der Medizinischen Klinik des RKH hat eine lange und große Tradition“, so Dr. med. Regine Wellhöner, Oberärztin der Medizinischen Klinik und Leiterin der Diabetologie. „Natürlich sind wir sehr stolz darauf, nun als erstes und einziges nordhessisches Krankenhaus erneut das QMKD-Zertifikat zu erhalten“, so die Oberärztin. Zusammen mit dem Gütesiegel des BVKD erhielt das RKH das Zertifikat „Diabetologikum DDG“, die höchste Auszeichnung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Nach einer Selbstbewertung des Krankenhauses besuchte ein erfahrener Diabetologe das Krankenhaus und nahm die Abläufe, Mitarbeiter, Hygiene, Führung und das Qualitätsmanagement genau unter die Lupe.

Neben hochqualifizierten und hochmotivierten Mitarbeitern erlebte er eine einwandfrei funktionierende interdisziplinäre Betreuung der Patienten. „Bei der Behandlung des Diabetischen Fußes arbeiten bei uns zum Beispiel Diabetologen, Chirurgen, Podologen, orthopädische Schuhmachermeister, Wundschwestern, Hygienefachkräfte, Apotheker, Entlassmanagement und natürlich auch die Stationsärzte und Stationspflegekräfte Hand in Hand“, erklärt Dr. Wellhöner. Dieses interdisziplinäre Team kann Patienten nicht nur optimal behandeln und in Schulungen Wissen vermitteln, sondern diese auch erfolgreicher darin unterstützen, die geeignete Diabetes-Therapie zu finden und aktiv umzusetzen. Denn die Diabetes-Therapie besteht nicht nur aus dem Einstellen des gewünschten Blutzuckerwertes: „Wir schulen unsere Patienten in allen Bereichen, die für das alltägliche Leben mit Diabetes wichtig sind. Dazu gehört unter anderem die richtige Fußpflege zur Vorbeugung des Diabetischen Fußes“, erklärt Dr. Wellhöner. Jeder vierte der rund sechs bis sieben Millionen Diabetiker in Deutschland ist nach Expertenschätzungen im Laufe seines Lebens vom diabetischen Fußsyndrom bedroht. Die Folgen können für betroffene Diabetiker gravierend sein: Experten schätzen, dass 40 bis 70 Prozent aller Amputationen, die nicht Folge eines Unfalls sind, Diabetiker betreffen; 90 Prozent aller Unterschenkel-Amputationen erfolgen allein bei Typ 2-Diabetikern.

Entscheidend für gute Therapie-Ergebnisse sei laut Dr. Wellhöner die Mitarbeit der Patienten. Sind diese motiviert und gut geschult, gelingt es auch, Ernährungs- und Bewegungsprogramme mit in die Diabetes-Therapie einzubinden. „Ein gut eingestellter Diabetiker, der sich darüber hinaus gesund ernährt und auf körperliche Bewegung achtet, kann jedoch trotz seiner Erkrankung ein normales Leben führen und braucht auch den Diabetischen Fuß nicht zu fürchten“ weiß Oberärztin Wellhöner. 2011 wurden mehr als 440 Patienten mit der Hauptdiagnose Diabetes, 106 davon Typ-I-Diabetiker und 334 Typ-II-Diabetiker, dem umgangssprachlichen Altersdiabetes, im RKH geschult. Mehr als 2.300 Patienten mit der Diagnose Diabetes wurden im RKH in diesem Zeitraum betreut. Spezialisiert ist das RKH insbesondere auch auf die Behandlung des diabetischen Fußsyndroms und die Behandlung chronischer Wunden. „Bei so vielen Diabetes-Patienten, die wir jährlich betreuen, muss alles gut durchstrukturiert sein. Wir haben für unsere Patienten deswegen Schulungs- und Fußbehandlungsräume und natürlich auch Räumlichkeiten für Sport und Physiotherapie“, erläutert die Leiterin der Diabetologie. Nach der erfolgreichen Zertifizierung darf das RKH nun das QMKD-Gütesiegel tragen und sich Diabetologikum DDG nennen. (nh)

Quelle: HNA

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