Ergänzende Therapien können die Behandlung einer Krebstherapie unterstützen

Gerd-D. Braun

Margarete B. aus Niestetal schreibt: Ich habe die Berichte zum Thema Chemotherapie mit großem Interesse gelesen. Ich würde gern wissen, ob es ergänzende Behandlungen bei einer Chemotherapie gibt, die eventuell Heilungschancen und die Lebensqualität bei Krebserkrankungen erhöhen.

Die Anfrage von Margarete B. aus Kassel beantwortet Dr. Gerd-D. Braun, Chefarzt der Onkologie an der Habichtswald-Klinik in Kassel:

„Neben den vier Säulen der Krebstherapie, Operation, Chemotherapie zum Teil in Kombination mit Hyperthermie (Tiefenwärme), Strahlentherapie und Anti-Körper-Behandlung können komplementäre Therapien zum Einsatz kommen, die die klassischen Behandlungsmethoden begleiten.“ Der Arzt verweist dabei zum einen auf die Psycho-Onkologie, die dem Patienten die Möglichkeit biete, sich mit der Diagnose Krebs und den daraus resultierenden Auswirkungen für das weitere Leben zu beschäftigen. Neben der Teilnahme an Gruppen- oder Einzelgesprächen komme beispielsweise das Achtsamkeitstraining (ein psychologisches Trainingsprogramm zur Reduzierung von Stress auf der Basis von Yoga- und Meditationstechniken) zum Einsatz.

„Eine weitere ergänzende Methode in der Krebsbehandlung ist die Physiotherapie“, erläutert Braun. Dabei gehe es um die Verbesserung des körperlichen Wohlbefindens des Patienten und die Erhöhung der körpereigenen Abwehrmechanismen. „Welche Art von körperlicher Betätigung bei welchem Patienten dabei zum Einsatz kommt, ist im Einzelfall zu entscheiden“, sagt Braun. Wichtig sei, dass die sportliche Aktivität Spaß macht und keinen Stress auslöst.

Gesunde Ernährung

Bei der Ernährungsmedizin unterscheide man zwischen zwei grundsätzlichen Themenschwerpunkten. Zum einen geht es um die Ernährung nach einer diagnostizierten und therapierten Tumorerkrankung, zum anderen um die Ernährung zur Vorbeugung von möglichen Krebserkrankungen. Mangelernährungssituationen könne man durch gezielte Unterstützung entgegenwirken. „Abgesehen von besonderen Ernährungsplänen, die im Rahmen einer bestimmten Therapie eingehalten werden müssen, sollte ansonsten die Strategie der gesunden Ernährung nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin beachtet werden“, sagt Braun. Generell zu empfehlen sei eine leichte Vollwertkost mit einem erhöhten Anteil an Protein (Eiweiß) und einer geringen Menge an Fetten und Kohlehydraten.

Auch eine Therapie mit ergänzenden Medikamenten könne unterstützend bei einer Krebserkrankung und deren Behandlung helfen, sagt Braun: „Hierbei kommen Medikamente aus dem Bereich der Spurenelemente und Mineralien, aus der Enzymtherapie oder auch Phytotherapeutika (pflanzliche Arzneimittel) zum Einsatz.“ Diese Medikamente dienten der Stabilisation des Körpers und der Psyche, erklärt der Arzt.

Eine weitere komplementäre Therapie ist die Sozialmedizin. Hier werden Fragen und Schwierigkeiten aus dem beruflichen, dem familiären und auch dem finanziellen Umfeld eines Patienten untersucht und er wird unterstützend begleitet.

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Quelle: HNA

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