Es dreht sich alles ums Herz

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Im Rahmen der diesjährigen Herzwochen lädt das Kreiskrankenhaus unter der Leitung von Chefarzt Dr. Harald Schmid Patienten, Angehörige und Interessierte wieder zu zahlreichen Vorträgen am 22. und 24. November in der Ederberglandhalle ein.

Schlaganfall, Herzinfarkt, Nierenversagen, Erblindung – oft sind diese Gesundheitsstörungen das erste Anzeichen der häufigsten Volkskrankheit in den westlichen Industrieländern, des Bluthochdrucks. Jeder dritte Deutsche hat erhöhte Blutdruckwerte. Bluthochdruck ist der häufigste Grund für eine Krankenhauseinweisung. Das sind bedenkliche Rekordzahlen.

Die Herzwochen werden von der Deutschen Herzstiftung alle zwei Jahre als bundesweite Aufklärungsaktion organisiert. Unter dem Motto „Herz unter Druck“ liegt dieses Jahr der Schwerpunkt auf dem Thema „Bluthochdruck“. Hoher Blutdruck tut nicht weh. Er bleibt lange unerkannt. Häufig sind die Symptome uncharakteristisch. Meist wird er durch Zufall entdeckt. Heute stehen sehr gute Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Neben Medikamenten und speziellen Maßnahmen wie der sog. Nierennervenverödung spielt vor allem die Änderung des Lebensstils eine Rolle.

Auch andere Innovationen der Kardiologie werden den Zuhörern vorgestellt. Herzklappenerkrankungen sind vor allem im Alter ein häufiges Problem als Folge von Verschleißerscheinungen. Viele defekte Herzklappen müssen nicht mehr operiert werden, sondern können schon mittels Herzkatheter repariert oder sogar ersetzt werden. Besondere Fortschritte zeichnen sich auf dem Gebiet der Blutgerinnungshemmung („Blutverdünnung“) ab. Neue Medikamente mit weniger Nebenwirkungen können teilweise das seit 50 Jahren gebräuchliche Marcumar ersetzen. Hiervon profitieren vor allem Menschen, die unter dem sog. „Vorhof-flimmern“ leiden. Das Herzkatheterlabor am Krankenhaus ist jetzt 3 Jahre in Betrieb. Dr. Andreas Utech ist dort interventionell tätiger Kardiologe. Er implantiert Stents in verengte Herzkranzgefäße, verschließt angeborene Öffnungen in der Herzscheidewand über den Herzkatheter und pflanzt Spezialschrittmacher zur Behandlung von Herzschwäche ein. Er wird spannende Bilder von komplizierten Eingriffen präsentieren.

Der zweite Abend ist der Hauptkomplikation des Bluthochdrucks gewidmet: dem Schlaganfall. Seine Behandlung endet nicht an den Toren des Akutkrankenhauses, sondern geht im Rehabilitationskrankenhaus weiter. Dr. Dietmar Schäfer, Chefarzt der Odeborn-Klinik in Bad Berleburg, stellt dem Publikum die vielfältigen Möglichkeiten der modernen Rehabilitation vor. Danach spielt die Hilfestellung zu Hause eine wichtige Rolle. Karl-Heinz Scriba, Vorsitzender der Selbsthilfegruppe „Schlaganfallpatienten“, gibt wichtige Tipps zum Thema „Fahrtauglichkeit bei Behinderten“. Schließlich halten wir wieder ein Gastthema für Sie bereit. Unser neuer Oberarzt Dr. Thomas Ludolph ist Gastroenterologe. Er zeigt Ihnen, mit welch hochentwickelten Bildtechniken Baucherkrankungen, speziell im Bereich der Bauchspeicheldrüse, heutzutage erkannt werden können.

Unterstützt wird die Veranstaltung vom Förderverein des Kreiskrankenhauses. Die Veranstalter freuen sich auf eine rege Beteiligung. Die Teilnahme ist kostenfrei. (nh)

Programm der Herzwoche 2011:

  • Dienstag, den 22. November, Ederberglandhalle
  • 19.00 Uhr: „Was ist neu in der Behandlung von Herzkrankheiten und Schlaganfall?“ - Bluthochdruck, Herzklappen, Rhythmusstörungen, Blutgerinnung - Vortrag von Dr. med. H. Schmid Chefarzt der Med. Abteilung des Kreiskrankenhauses
  • 19.50 Uhr „Video-Beispiele aus dem Herzkatheterlabor Frankenberg“ Vortrag von Dr. med. A. Utech Kardiologische Praxis Frankenberg
  • Donnerstag, den 24. November, Ederberglandhalle
  • 19.00 Uhr „Schlaganfall – Von der Klinik in die Rehabilitation“ Vortrag von Dr. med. D. Schäfer Chefarzt der Odebornklinik Bad Berleburg
  • 19.50 Uhr „Autofahren nach Schlaganfall oder bei anderer Behinderung“ Vortrag von Karl-Heinz Scriba Vorsitzender der Selbsthilfegruppe „Schlaganfallpatienten" Frankenberg
  • 20.10 Uhr Gastroenterologisches Gastthema „Bildgebende Untersuchungstechniken in der Gastroenterologie“ Schwerpunkt: Bauchspeicheldrüse Vortrag von Dr. med. T. Ludolph Oberarzt der Med. Abteilung des Kreiskrankenhauses

Quelle: HNA

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