Diabetes mellitus: Insulin und Blutzuckerwerte sind entscheidend

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Viele Patienten, die an Diabetes mellitus leiden, spritzen sich regelmäßig Insulin. Damit regulieren sie ihre Blutzuckerwerte.

Weltweit leiden etwa 346 Millionen Menschen an Diabetes mellitus, schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Zahl der Kranken hat sich innerhalb der vergangenen zwanzig Jahre vervielfacht. Schuld am Diabetes ist ein Hormon: das Insulin.

Bei Gesunden reguliert das Insulin die Blutzuckerwerte

Jeder Mensch isst täglich Kohlenhydrate, die er zu Zucker verdaut. Der Zucker wandert aus dem Darm ins Blut, verteilt sich im gesamten Körper und wird schließlich in die Zellen aufgenommen. Diese gewinnen aus dem Zucker die Energie, die der Mensch verbraucht.

Bei Diabetes mellitus, umgangssprachlich „Zuckerkrankheit“, ist das Blut dauerhaft überzuckert. Das hängt mit dem Hormon Insulin zusammen. Dieses sorgt bei einem gesunden Menschen dafür, dass der Zucker aus dem Blut in die Zellen transportiert wird. Fehlt das Insulin oder wirkt es nicht richtig, können die Zellen den Zucker nicht oder nur schlecht aufnehmen. Die Folgen sind mitunter dramatisch: Im schlimmsten Fall hat der Körper so wenig Energie, dass er lebenswichtige Funktionen nicht mehr aufrechterhalten kann. Dann führt Diabetes zum Tod.

Diabetes mellitus gibt es in verschiedenen Formen

Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) unterscheidet zwischen

  • Diabetes mellitus, Typ 1:
    Dieser Typus ist eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, dass der Körper eigene Zellen angreift und zerstört – in diesem Fall die „Langerhans-Inseln“ in der Bauchspeicheldrüse, die das Insulin produzieren. An Typ 1 leiden etwa drei bis fünf Prozent aller Diabetiker.
  • Diabetes mellitus, Typ 2:
    Menschen, die unter dieser Diabetes-Form leiden, produzieren zwar Insulin, doch es wirkt nicht richtig. Das nennt man Insulinresistenz. Die genauen Ursachen sind noch nicht erforscht. Der Körper kompensiert das Problem damit, dass er viel mehr Insulin herstellt, als er es normalerweise tun würde. Das hält die Bauchspeicheldrüse aber nicht dauerhaft durch. Oft wirkt das Hormon nach einiger Zeit gar nicht mehr. Die Blutzuckerwerte steigen immer mehr an, obwohl die Betroffenen sehr viel Insulin im Blut haben. 90 Prozent aller Diabetes-Kranken leiden an diesem Typus.
  • Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes:
    Charakteristisch ist, dass die Stoffwechselstörung erstmals während einer Schwangerschaft festgestellt wird. Meist führen Schwangerschaftshormone bei den Patientinnen zu erhöhter Insulinresistenz. Die Blutzuckerwerte normalisieren sich aber nach der Geburt oft von selbst. Etwa fünf Prozent aller Schwangeren leiden unter Gestationsdiabetes.
  • Sonstige Formen:
    Viele weitere Faktoren können dazu führen, dass der Körper kein Insulin (mehr) produziert, zum Beispiel Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Medikamente oder Gen-Störungen. Die Ursachen sind meistens sehr individuell, manchmal einzigartig. Nur sehr wenige Diabetiker leiden unter einer Diabetes-Sonderform.

Anzeichen für Diabetes mellitus

Die Symptome sind unterschiedlich stark ausgeprägt: Manche Betroffenen bemerken über Jahre kaum eine Veränderung, während es anderen plötzlich sehr schlecht geht. Anzeichen für Diabetes mellitus sind zum Beispiel:

  • starker Durst
  • Abnehmen ohne ersichtlichen Grund (vor allem bei Typ 1)
  • Müdigkeit
  • geringe Leistungsfähigkeit
  • erhöhte Anfälligkeit für Infekte
  • Sehstörungen
  • Schwindel

In Extremfällen kann es passieren, dass ein Patient in ein diabetisches Koma fällt.

Leben mit Diabetes mellitus

Die meisten Diabetiker – egal welchen Typs – können gut mit ihrer Krankheit leben, sofern sie bestimmte Regeln einhalten. Verschiedene Hilfsmittel für Diabetes mellitus wie Blutzucker-Teststreifen oder Blutentnahmegeräte helfen ihnen, ihren Zustand zu überwachen. Die jeweiligen Maßnahmen, die der Einzelne ergreifen muss, hängen vom Typus und von der Ausprägung der Krankheit ab. Viele Typ-1-Patienten spritzen sich nach Absprache mit einem Arzt selbst Insulin und ernähren sich nach einem festen Plan. Typ-2-Diabetiker erreichen oft schon durch viel Bewegung und gesunde Ernährung eine deutliche Verbesserung. Da Übergewicht das Diabetes-Risiko stark erhöht, ist es entscheidend, das Körpergewicht zu reduzieren.

Wer an Diabetes leidet oder Symptome an sich erkennt, darf sich auf keinen Fall selbst behandeln, sondern muss einen Arzt aufsuchen. Die Krankheit kann dramatische Folgen wie Blindheit oder Amputation von Körperteilen haben und im schlimmsten Fall zum Tod führen. Deshalb muss ein Arzt den Patienten dauerhaft betreuen und jede Therapie individuell auf ihn einstellen.

Quelle: HNA

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