Diabetes beeinträchtigt die Mundgesundheit

Diabetes mellitus, auch Zuckerkrankheit genannt, ist eine chronisch verlaufende Stoffwechselerkrankung, die durch eine erhöhte Blutzuckerkonzentration gekennzeichnet ist. In Deutschland sind etwa acht Millionen Menschen von dieser Erkrankung betroffen, mit stetig steigender Tendenz.

Da der Diabetes anfangs für den Patienten beschwerdefrei verläuft, wird die Diagnose bei vielen Patienten oft erst beim Auftreten von akuten Komplikationen gestellt.

Erhöhtes Parodontitisrisiko

Dass bei Diabetes Folgeerkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Nerven-, Nieren-, Augen- und Blutgefäßschädigungen auftreten können, ist den Patienten häufig bekannt, dass jedoch auch ein erhöhtes Risiko besteht, am Zahnfleisch oder an den Zähnen zu erkranken, wissen viele Diabetiker nicht.

Die Parodontitis ist eine entzündliche Zerstörung des Zahnhalteapparates (Zahnfleisch und Kieferknochen), die zur Lockerung des Zahnes bis hin zum Zahnausfall führen kann. Diabetiker haben ein dreifach höheres Risiko daran zu erkranken. Oftmals verläuft bei ihnen die Parodontitis heftiger und die Therapie durch den Zahnarzt ist weniger erfolgreich als bei gesunden Menschen.

Umgekehrt erschwert eine massiv verlaufende Parodontitis den Therapieerfolg bei der Behandlung des Diabetes durch die Erhöhung der Insulinresistenz. Eine erfolgreiche Einstellung des Blutzuckers wird somit erschwert.

Nach chirurgischen Eingriffen wie dem Zahnziehen ist die Wundheilung verzögert und die Gefahr einer postoperativen Infektion um etwa 30 Prozent erhöht, da sich die Wunde langsamer schließt. Diabetiker leiden außerdem häufig unter Mundtrockenheit. Dadurch kann sich deutlich schneller Karies an den Zähnen bilden. Grund: Ein guter Speichelfluss reduziert die Entstehung einer Karies.

Größere Gefahr einer Pilzinfektion

Auch Pilzinfektionen können beim Diabetiker häufiger und hartnäckiger auftreten, da ein erhöhter Blutzuckergehalt eine ideale Voraussetzung für eine starke Vermehrung ist. Sogenannte Rhagaden sind schlecht heilende, feine Risse in den Mundwinkeln. Gerade Diabetiker sind davon häufiger betroffen.

Die aufgeführten Komplikationen betreffen laut Zahnarzt Volker Spieker in erster Linie Patienten mit schlecht eingestellten Blutzuckerwerten. Es ist daher wichtig, vor einem größeren zahnärztlichen Eingriff die Werte zu überprüfen. Im Erkrankungsfall sollten die Blutzuckerwerte häufiger kontrolliert werden. Patienten ist gut geraten, ihren Hausarzt zu fragen, ob sie ihre Insulin- oder Tablettendosis anpassen müssen. Die Blutzuckerwerte müssen optimal eingestellt sein, damit das Risiko einer postoperativen Infektion sinkt.

Ferner sollte man sich als Diabetiker beim Zahnarzt auch auf eine mögliche Parodontitis untersuchen lassen, denn eine nicht behandelte schwere Parodontitis erhöht die Insulinresistenz und erschwert dadurch die Blutzuckereinstellung. (nh)

Quelle: HNA

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