Demenz: richtig schriftlich vorsorgen

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Dr. Marc Wolf

Marc Wolf ist Richter im Amtsgericht Korbach und unter anderem zuständig für das Betreuungsrecht. Er informierte über verschiedene Möglichkeiten, sich im Vorfeld abzusichern, wer bei einer Erkrankung was in welcher Form regeln darf und soll.

Unterschieden wird zwischen der Vorsorgevollmacht und der Betreuung. Beide Varianten müssen schriftlich niedergelegt sein und können die verschiedenen Lebensbereiche wie Gesundheit, Vermögen und behördliche Belange umfassen. Ohne eine Vollmacht sind im Ernstfall weder der Ehepartner noch die Kinder entscheidungsbefugt.

Eine Vorsorgevollmacht kann Einschränkungen wie „Wenn ich es nicht mehr selber kann“ enthalten. Prinzipiell gilt die Vorsorgevollmacht als gültig, sobald sie ausgestellt und dem Bevollmächtigten ausgehändigt worden ist. Sie wird vom Gericht nicht überwacht. Einzige Ausnahme ist, wenn eine Anzeige wegen Vollmachtsmissbrauch vorliegt. Eine Vorsorgevollmacht ersetzt die gerichtlich bestellte Betreuung.

Die gerichtlich bestellte Betreuung bedarf einer sicheren ärztlichen Diagnose, das der Patient seine Angelegenheiten nicht mehr selber in vollem Umfang regeln kann. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg wird in 70 Prozent der Fälle eine Person aus der Familie, dem Verwandten- oder Bekanntenkreis zum ehrenamtlichen Betreuer für den Patienten vom Gericht bestellt. Die Aufgabe der Betreuer ist es, die Angelegenheiten im Sinne des Patienten zu regeln und stellt keine Entmündigung dar.

Die Betreuung wird vom Gericht durch jährlich vom Betreuer anzufertigende Berichte kontrolliert. Die Betreuungsverfügung wird beim Amtsgericht hinterlegt. Darin äußert der noch Gesunde, wer im Krankheitsfalle seine Betreuung ausüben soll.

Anders ist es bei der Patientenverfügung. Dort wird schriftlich niedergelegt, ob in einem bestimmten medizinischen Zustand eine Behandlung durchgeführt, lebensverlängernde Maßnahmen eingeleitet werden sollen oder nicht. (zgv)

Quelle: HNA

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