Demenz kann jeden treffen

Alzheimer-Demenz: Der Verlauf der Krankheit Grafik: dpa

Demenz ist der Oberbegriff für eine Hirnleistungsstörung, bei der schrittweise das Gedächtnis, die Denkfähigkeit, die Orientierung oder das Verknüpfen von Denkinhalten abnimmt.

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 Es gibt circa 50 verschiedene Demenzerkrankungen, den Hauptanteil macht die Demenz vom Alzheimer-Typ aus. Bei dieser Erkrankung verlieren die Nervenzellen im Gehirn allmählich ihre Funktion und sterben ab. Zudem gehen die Substanzen, die den Austausch von Informationen zwischen den Nervenzellen ermöglichen, zurück.

Nach der Diagnose Demenz ziehen sich die meisten Betroffenen erst einmal zurück und versuchen aus Scham, die Krankheit zu verheimlichen. Dabei brauchen die Erkrankten gerade das Gegenteil: Soziale Kontakte, Verständnis und Unterstützung tun den Erkrankten gut. Statt zu überspielen, wie sehr sie der Alltag verwirrt, sollten Demenzkranke versuchen, offen darüber zu reden. Das erleichtert es allen Beteiligten, sich gemeinsam auf den weiteren Verlauf der Krankheit einzustellen und rechtzeitig wichtige Weichen zu stellen.

Die Folgen einer Demenz sind vielfältig und wirken sich auf folgende Bereiche aus:

  • Kognitive Fähigkeiten: Das Gedächtnis, das Denken, die Orientierung, die Auffassungsgabe und das Urteilsvermögen sind betroffen. Erlernte Fähigkeiten wie Rechnen oder Sprechen können nicht mehr abgerufen werden.
  •  Motorik: Im späten Stadium verlieren an Demenz erkrankte Menschen die Fähigkeit zu gehen und zu sitzen.
  •  Verhaltensstörungen: Schlafstörungen, Depressionen, Gereiztheit, Labilität, Essstörungen und auch Halluzinationen und Angstzustände gehören zum Krankheitsbild der Demenz. Werden die kognitiven Einschränkungen immer größer, so ist damit auch die Selbstpflegefähigkeit immer weiter eingeschränkt. Der Betroffene benötigt im Alltag mehr Pflege und Unterstützung.

In den letzten Stadien kommt es zum Verlust der Sprache, zu Inkontinenz, zum Kontrollverlust über den gesamten Körper bis hin zum Koma. Wobei die meisten Betroffenen nicht an der Demenz versterben, sondern letztlich an anderen Erkrankungen.

Ein an Demenz erkrankter Angehöriger kämpft jeden Tag mit Unsicherheiten und Verlusten. Er muss damit fertig werden, dass er mehr und mehr Fähigkeiten verliert.

Demente in einem fortgeschrittenen Stadium, die in „ihrer Kindheit“ leben, wollen immer wieder „nach Hause“. Sie suchen jedoch nicht ihre letzte Wohnung, oder das Haus, in dem sie gelebt haben, sondern etwa ihr Elternhaus in Ostpreußen.

Zur Entlastung der pflegenden Angehörigen bieten Organisationen wie das DRK weitere Unterstützungsmöglichkeiten an. Zum einen über Betreuungsleistungen nach § 45 b durch speziell geschultes Personal wie auch die Tagespflege zum anderen.

Die Tagespflege fördert und aktiviert die praktischen Fähigkeiten der Gäste und bietet Abwechslung, Geselligkeit und soziale Kontakte. Sie fördert die Gäste individuell und ermöglicht es ihnen, die eigene Wohnung und die vertraute Umgebung so lange wie möglich zu erhalten. Darüber hinaus leistet die Tagespflege einen ganz wesentlichen Beitrag zur Entlastung der pflegenden Angehörigen. (nh)

Quelle: HNA

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