Darmkrebs: Die richtige Behandlung ist entscheidend

Bösartige Tumore des Darms stellen weltweit die dritthäufigste Todesursache dar, allein in Deutschland erkranken jährlich 70.000 Menschen an Darmkrebs. Was viele nicht wissen: Erhält man die Diagnose Darmkrebs, ist entscheidend, zu welcher Therapie man sich entschließt.

Der Behandlungserfolg hängt sogar maßgeblich davon ab, wie viel Erfahrung Ärzte und Krankenhaus haben.

„Die richtige, leitlinien-gerechte Diagnostik und Behandlung erhöht die Chancen auf eine vollständige Genesung deutlich“, bestätigt Dr. Hans-Jürgen Hain, Chefarzt der Klinik für Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie. Leider bestehen laut Informationen des westdeutschen Darmzentrums gerade in der Auswahl der richtigen Behandlungsmethode noch zu viele Defizite: Nur die Hälfte aller Darmkrebspatienten wird nach den offiziell geltenden Leitlinien richtig behandelt. Aus diesem Grund hat das Westdeutsche Darmzentrum Maßstäbe für die Qualität der Therapien festgelegt und überprüft regelmäßig die Qualitätsmerkmale von zahlreichen deutschen Kliniken. In die Auswertung fließen Faktoren wie Qualität und Erfolg der Therapie, die technische Ausstattung des Krankenhauses sowie die Zufriedenheit der Patienten ein. Diese Daten vergleicht das Darmzentrum dann mit den Daten von mehr als 100 Kliniken in Deutschland.

Ausgezeichnete Behandlung in Groß-Umstadt

Aktuell schneidet die Klinik für Allgemeinchirurgie der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg im Vergleich sehr gut ab und erhält hierfür nun das begehrte Qualitätssiegel, eine Art Gütesiegel für die optimale Behandlungsweise und Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Disziplinen. „Das freut und ehrt uns sehr“, sagt Dr. Hain und fügt stolz hinzu: „Unser Ziel ist es, die verschiedenen Therapien auf die individuellen Bedürfnisse der Tumorpatienten abzustimmen. Das ist bei Darmkrebs besonders wichtig.“ Damit die Patienten die bestmögliche Behandlung sowie optimale Vor- und Nachsorge erhalten, wird in Groß-Umstadt eng zusammen gearbeitet - auch mit Kollegen anderer Fachdisziplinen.

Bessere Heilungschancen durch gute Vernetzung

Gemeinsam wird beraten, ob Patienten erst chemotherapeutisch behandelt oder gleich operiert werden müssen, ob eine Bestrahlung sinnvoll ist und welche unterstützenden Maßnahmen den Patienten bei der Genesung helfen können. „Diese Daten, ebenso die Informationen über mögliche Komplikationen wie Nachblutungen, leiten wir an das Westdeutsche Darmzentrum weiter,“ erklärt Dr. Hain. Dort wurde die Qualität dieser Prozesse und Ergebnisse offenbar für gut befunden. Die Daten zeigten eine besonders sichere, leitliniengetreue Behandlung der Patienten an.

Schonende Entfernung der Tumore

Für Krebspatienten besonders interessant: die minimal-invasive Operationsmethode. Bösartige Darmgeschwulste werden an der Klinik in Groß-Umstadt mit dieser Methode entfernt, da sie Studien zufolge gleich gute onkologische Ergebnisse wie die herkömmliche Operationsmethoden liefert. Der entscheidende Vorteil liegt in der behutsamen Behandlung der Patienten: „Minimal-invasiv bedeutet, dass möglichst wenig in den Organismus des Patienten eingegriffen und deshalb besonders schonend operiert wird“, so Dr. Hain. Dieses Verfahren wird auch „Knopfloch-Chirurgie“ genannt. Denn der Operateur nimmt dabei nur einige wenige kleine Einschnitte vor, findet mit einer kleinen Kamera die befallenen Stellen im Darm und entfernt mit modernen, hauchdünnen Hochpräzisions-Instrumenten gezielt die Tumore. „Der Patient ist nach der OP schneller wieder fit und muss nicht lange im Krankenhaus bleiben“, sagt Dr. Hain, „Große Wunden bleiben aus, Narben und Schmerzen beschränken sich auf das absolute Minimum.“ Ein Heilungsversprechen kann Dr. Hain nicht geben. Doch er und sein Team möchten Darmkrebspatienten die Möglichkeit geben, ihre Chancen optimal nutzen zu können. (nh)

Quelle: HNA

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