Besonders Jugendliche sind bei Gebrauch von Haschisch gefährdet, eine Schizophrenie zu bekommen

Cannabis erhöht das Psychose-Risiko

Cannabis-Konsum (hier ein Cannabis-Blatt), vor allem im Jugendalter, kann Psychosen auslösen. Foto: Archiv

Der Konsum von Cannabis in jungen Jahren kann die Entwicklung von ernsthaften psychischen Erkrankungen fördern und sollte daher keinesfalls verharmlost werden.

„Gebrauch von Cannabis kann bei manchen Jugendlichen das Auftreten psychotischer Symptome fördern, wobei sich die Wahrscheinlichkeit bei entsprechendem Konsum in jüngeren Jahren erhöht“, warnt Prof. Frank Häßler, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Berlin.

Jüngere Erkenntnisse zeigen, dass Jugendliche, die diese Droge nehmen, fast doppelt so häufig Anzeichen einer beginnenden Psychose aufweisen wie Jugendliche, die dies nicht tun. Bei dauerhaftem Konsum steigt dann auch das Risiko, dass sich diese Symptome dauerhaft einstellen und im Erwachsenenalter eine Schizophrenie diagnostiziert wird. „Durch Cannabiskonsum wird das Erkrankungsalter für Schizophrenien vorverlegt“, ergänzt der Experte.

Cannabis beeinflusst das Fühlen, das Denken, das Gedächtnis und die Wahrnehmung. „Subjektiv kann sich die Wahrnehmung der Umwelt intensivieren. Dabei wird sonst Nebensächliches wie Geräusche oder Gerüche deutlicher wahrgenommen.“

Sowohl die Dosis und die Art der Einnahme, als auch der Kontext des Konsums sowie die Persönlichkeit des Konsumenten und seine Erwartungen können die Drogenwirkung beeinflussen.

Erste Anzeichen beachten

Erste Anzeichen für eine beginnende Psychose können Störungen von Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis und eine Verschlechterung der schulischen oder beruflichen Leistungsfähigkeit sein sowie sozialer Rückzug und Ängste. Diese Symptome sind jedoch sehr unspezifisch und können auch einen anderen Hintergrund haben. Nur eine sorgfältige Diagnostik kann dann Aufschluss bringen. „Auch selbst wahrgenommene Veränderungen und Beeinträchtigungen des Denkens wie häufiges „Fadenverlieren“ oder eine veränderte Wahrnehmung mit erhöhter Reizempfindlichkeit oder Störungen im Sehfeld können auf ein erhöhtes Psychose-Risiko hinweisen“, ergänzt Häßler.

„Beim erstmaligen Auftreten von psychotischen Symptomen besteht noch eine gute Chance, dass nach Abklingen der Drogeneffekte sich auch die Psychose zurückbildet. Betroffene sollten dann allerdings vorsorglich im Kontakt zu einem Kinder- und Jugendpsychiater bleiben“, rät der Experte.

Weitere Informationen: www.kinderpsychiater-im-netz.de (nh)

Quelle: HNA

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