Bundesinstitut warnt vor mit Blei belastetem Wildfleisch

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Kinder, Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch sollten Experten zufolge lieber kein Wildschwein, Hirsch oder Reh verzehren, das mit Bleimunition geschossen wurde. Darauf hat das Bundesinstitut für Risikobwertung (BfR) hingewiesen.

Die Behörde hat aufgrund von aktuellen Daten das Gesundheitsrisiko durch Wildfleisch neu bewertet. Da die Bleiaufnahme über andere Lebensmittel in Deutschland schon relativ hoch sei, reiche der regelmäßige Verzehr von mit Bleimunition erlegtem Wildbret aus, um die Gesundheit zu gefährden. „Besonders gefährdet sind Ungeborene und Kinder bis sieben Jahre, bei denen bereits eine geringe Bleiaufnahme zu Gesundheitsschäden führen kann“, sagte BfR-Präsident Andreas Hensel.

Die bei der Jagd zumeist verwendeten Bleischrote und bleihaltigen Jagdgeschosse hinterlassen nach Angaben des Instituts im Wildbret Bleifragmente. Die Geschosse verformten oder zerlegten sich beim Aufprall, Bleiartikel und feinste Bleisplitter lösten sich und drängten tief in das Fleisch ein. Sie seien dort kaum zu erkennen. Auch das großzügige Entfernen des Fleisches um den Schusskanal reiche nicht aus, um eine Belastung mit Blei zu vermeiden.

Der Deutsche Jagdschutzverband warnte vor Panikmache und kündigte an, im Oktober zusammen mit dem BfR eine Umfrage unter Jägern zu Jagdmunition und Verzehrverhalten zu starten. Zudem forderte der Verband die Industrie auf, unbedenkliche Munition anzubieten.

Erhöhte Bleikonzentrationen im menschlichen Körper können die Blutbildung, innere Organe sowie das zentrale Nervensystem schädigen. Blei lagert sich außerdem langfristig in den Knochen ab.

In Deutschland werde nach BfR-Angaben im Schnitt pro Kopf am Tag zwei Gramm Wildbret verzehrt - das entspricht ein bis zwei Wildmahlzeiten pro Jahr. Gefährdet seien vor allem Jägerhaushalte, in denen deutlich mehr Wildfleisch auf den Tisch kommt. (dpa)

Quelle: HNA

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