Eine sportmedizinische Begleitung ist für Anfänger und ambitionierte Läufer sinnvoll

Bewegung für mehr Lebensfreude

Kennt die Probleme: Dr. Karsten Wurm ist Sportmediziner und Marathonläufer. Mit speziellen Muskeltests kommt er Fehlfunktionen auf die Spur und ermittelt die Ursache für Schmerzen beim Laufen. Foto:  Polk

Mehr Bewegung, bessere Ernährung, gesünder Leben – für viele Menschen waren das gute Vorsätze für das neue Jahr. Nun ist fast ein Monat vergangen, und mit ihm häufig auch die Motivation, daran fest zu halten. Zu mächtig ist die alte Routine, zu groß scheinen die Hürden, ein paar Dinge im Alltag zu ändern. Statt der erhofften Fitness hat der Sport nur Muskelkater mit sich gebracht. Und die rechte Zeit dafür lässt sich auch nur schwer finden.

„Die meisten Menschen wollen zu schnell zu viel“, sagt Dr. Karsten Wurm. Er hat sich auf die Betreuung von Läufern spezialisiert und kennt buchstäblich die Hürden, gerade für Neueinsteiger. Er selbst hat nach längerer Pause vor zweieinhalb Jahren wieder mit dem Laufen angefangen. 2010 ist er in einem Marathon seine persönliche Bestzeit gelaufen.

Anders als manch einschlägiges Hochglanzmagazin aus der Läuferwelt verspricht erseinen Patienten nicht, dass sie vom Nicht-Sportler zum Marathonläufer nur drei Monate brauchen. Als erstes fragt er, warum jemand mit Sport beginnen will oder worin die Motivation für eine Trainingssteigerung besteht. Dementsprechend gibt er Empfehlungen zum Training und den Rahmenbedingungen, wie beispielsweise der Ernährung. Wer seiner Gesundheit etwas Gutes tun möchte, dem empfiehlt er drei Mal dreißig Minuten Ausdauersport pro Woche, also Walken, Joggen oder Schwimmen. „Mit ausreichend Schlaf und Erholung sowie einer ausgewogenen Ernährung lassen sich viele körperliche Beschwerden beim Ausdauersport verhindern. Es gibt keine pauschalen Trainingsprogramme“, so der Sportmediziner. Viele positiven Ansätze drohen zu scheitern, wenn irgendwo plötzlich Schmerzen auftreten. Dr. Wurm beobachtet dann zwei Phänomene: Einmal die Sportler, die den Schmerz mit Medikamenten unterdrücken, oder die, die gänzlich aufhören, Sport zu treiben.

Dadurch ist die Ursache weder ergründet noch beseitigt. Eine gezielte sportmedizinische Behandlung kann oft schnelle Abhilfe schaffen, so Dr. Wurm: „Fast alle so genannten Läuferkrankheiten stellen Probleme der Muskeln und Sehnen dar. Häufig sind sie eine Folgeerscheinung und resultieren aus einer muskulären Fehlfunktion durch ein Missverhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit.“ Um der Ursache nachzugehen, nutzt der Sportmediziner die Applied Kinesiology, ein alternativmedizinisches Diagnose- und Behandlungskonzept aus den USA. Die Methode beinhaltet eine dynamische Testung der betroffenen Muskeln mit den Händen.

Dadurch kann man die Ursachen im Körper aufspüren und beseitigen. Dr. Wurm nennt ein Beispiel: „Wenn der Sportler Schmerzen im Bereich der Kniescheibe hat, kann ein verlagerter Weisheitszahn oder eine Fehllage des Dünndarmes der Grund dafür sein“, so der Mediziner. Entsprechend würde sich eine zahnärztliche oder osteopathische Behandlung anschließen.

Dr. Wurm hat eine Laufsprechstunde eingerichtet, in der sich sowohl Anfänger als auch ambitionierte Läufer mit ihren Problemen und Wünschen vorstellen können.

Von Ilona Polk

Quelle: HNA

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